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20171123 AusbildungsborseDie Ausbildungsmesse in der Lahnsteiner Stadthalle ist eine runde Sache. Das zeigt sich gerade in diesem Jahr: Elmar Wagner, Chef der Agentur für Arbeit Montabaur, konnte die 10. Börse eröffnen und freute sich über den ungebrochenen Zuspruch. 32 Betriebe präsentierten eine breite Palette von Perspektiven für junge Menschen, und etwa 600 Jungen und Mädchen aus fünf Schulen nutzten die Gelegenheit, sich schlau zu machen über viele spannende Berufe.

Von Anfang an sind die Arbeitsagentur, die Stadtverwaltung Lahnstein und das Globus SB Warenhaus gemeinsam als Organisatoren im Boot. Alle drei setzen auf Zukunftssicherung und bilden selbst aus. Elmar Wagner brachte auf den Punkt, was sich geändert hat im Laufe der Zeit: „Früher konnten die Unternehmen sich ihre Azubis aussuchen. Heute müssen sich die Betriebe bei den jungen Leuten bewerben.“ In Zeiten des demographischen Wandels und wachsenden Fachkräftebedarfs wird es nicht einfacher, den geeigneten Nachwuchs zu finden. Umso wichtiger ist es, dass Angebot und Nachfrage sich begegnen.

Für beide Seiten hat die Agentur für Arbeit Fachleute, die an diesem Tag vor Ort waren: der Arbeitgeberservice hielt den direkten Kontakt zu den ausstellenden Betrieben, mehrere Berufsberaterinnen kümmerten sich um die Jungen und Mädchen aus „ihren“ Schulen, lotsten sie zu passenden Firmen und beantworteten eine Menge Fragen.

Vertreten waren Behörden, Banken, soziale Einrichtungen, Krankenkassen, Versicherungen, der Handel und die Industrie, deren deutlicher Schwerpunkt in Lahnstein bei der Chemie liegt. Vor der Stadthalle parkte das Info-Mobil der Handwerkskammer Koblenz - ein umgebauter Bus, der mit modernen Maschinen ausgerüstet ist und Möglichkeiten zu Beratung und Information in Sachen Ausbildung bietet.

Petra Orth, die beim Globus Lahnstein für Ausbildung verantwortlich ist, hat auf der Messe in der Stadthalle schon etliche Azubis gewonnen. „Man lernt sich kennen, und es werden Hürden abgebaut“, erzählte sie. Kandidaten, die später aufgeregt zum Vorstellungsgespräch kamen, konnte sie mit dem Satz beruhigen: „Wir haben uns doch schon auf der Messe gesehen!“

Längst nicht alle Schüler haben einen Zukunftsplan. Für manche war das Arbeitsblatt, das sie für den Unterricht ausfüllen sollen, schlicht eine Hausaufgabe. Andere wollen auf jeden Fall das Abitur machen und abwarten, ob ihr Weg Richtung Ausbildung oder Studium führt. Rosi (14) interessiert sich für Medizin bzw. Pharmazie. Sie informierte sich bei zwei Chemiefirmen und zudem bei den Heimen Scheuern – denn dort leben Menschen, die Hilfe brauchen. Bis zu einer Entscheidung kann sich das Mädchen noch Zeit lassen.

Viele junge Messebesucher aber stehen in den Startlöchern. Luisa (15) möchte Altenpflegerin werden. Diesen Berufswunsch hat sie nicht blauäugig getroffen. Nach drei Praktika in Seniorenheimen weiß sie, was auf sie zukommt. Mathias (16) hat ebenfalls in Betriebe hinein geschnuppert und könnte sich vorstellen, eine Ausbildung zum Schreiner oder Metallbauer zu machen. Aber zuerst will er ein weiteres Praktikum machen – bei der Bundeswehr, nachdem er während der Messe einen Vortrag dazu gehört hat. Sein Fazit: „Hier kann man mit vielen Leuten sprechen. Ich finde so eine Veranstaltung sehr sinnvoll.“ Die Arbeitgeber sehen das genauso. Wenn sie ihre Stände in der Stadthalle abbauen, sagen nicht wenige: „Tschüs bis zum nächsten Jahr!“

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