Arbeitslosenquote steigt um 0,2 Prozentpunkte - Stellenbestand bleibt auf hohem Niveau
Die so genannte Sommerspitze sorgt für einen saisontypischen Anstieg der Arbeitslosigkeit zu Beginn der zweiten Jahreshälfte. Im Bezirk der Agentur für Arbeit Rhein-Wied-Westerwald sind derzeit 17.847 Menschen arbeitslos gemeldet, das sind 414 Personen mehr als im Juni. Gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhte sich die Zahl der Menschen ohne Beschäftigung um 264 Personen. Die Arbeitslosenquote stieg im Juli um 0,2 Prozentpunkte auf 5,0 Prozent und liegt damit 0,1 Prozentpunkte über dem Wert des Vorjahres.
„Ein Anstieg der Arbeitslosigkeit im Juli ist ein jährlich wiederkehrender Zyklus. Denn mit dem Ende vieler Ausbildungen, Schul- und Studiengängen und dem Auslaufen befristeter Beschäftigungen melden sich regelmäßig mehr Menschen arbeitslos“, erläutert Elmar Wagner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Rhein-Wied-Westerwald. Diese saisonale Entwicklung betrifft insbesondere junge Menschen. Laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit ist die Zahl der jungen Menschen zwischen 15 und 25 Jahren ohne Job ist im Monatsverlauf um 231 Personen oder 13,2 Prozent auf 1.979 Personen angestiegen. „Viele von ihnen befinden sich in einer Übergangsphase zwischen Schule, Ausbildung, Studium und Beruf. Erfahrungsgemäß finden sie nach kurzer Zeit eine Beschäftigung, beginnen eine Ausbildung oder setzen ihre schulische Laufbahn fort. Daher gleicht sich der Anstieg der Arbeitslosigkeit in den Folgemonaten meist schnell wieder aus“, so Elmar Wagner.
Im Gegensatz zur saisonal erhöhten Arbeitslosigkeit in der Arbeitsagentur setzte sich in den Jobcentern ein positiver Trend der vergangenen Monate fort. Die Zahl der Menschen, die auf Leistungen der Grundsicherung angewiesen sind, ging gegenüber dem Vorjahr um 3,4 Prozent zurück. So wurden im Juli 15.098 Bedarfsgemeinschaften betreut – 537 weniger als im Juli 2025. Damit entfielen 53,3 Prozent aller Arbeitslosen auf den Rechtskreis SGB II, während 46,7 Prozent dem Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III) zugeordnet sind.
Ein umfassenderes Bild der Lage am Arbeitsmarkt liefert die statistische Erhebung der Unterbeschäftigung. Sie berücksichtigt neben den registrierten Arbeitslosen auch Personen, die beispielsweise an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnehmen oder dem Arbeitsmarkt vorübergehend nicht zur Verfügung stehen. Im Juli lag die Unterbeschäftigung bei 22.009 Personen. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein leichter Rückgang um 74 Personen (-0,3 Prozent).
Der Stellenmarkt präsentiert sich weiterhin auf solidem Niveau. Im Juli wurden 1.013 neue Arbeitsstellen gemeldet – ein kräftiger Anstieg gegenüber Juni (+30,7 %). Insgesamt befinden sich 5.465 offene Stellen im Bestand der Agentur für Arbeit Rhein-Wied-Westerwald. Damit liegt das Angebot leicht über dem Vorjahresniveau (+2,7 Prozent).
„Viele Unternehmen suchen trotz der wirtschaftlich herausfordernden Rahmenbedingungen weiterhin qualifizierte Fach- und Arbeitskräfte. Wer berufliche Qualifikationen und die notwendige Flexibilität mitbringt, hat daher gute Chancen. Angebot und Nachfrage am Arbeitsmarkt passgenau zusammenzubringen wird wegen des sogenannten Mismatch zwischen Stellen- und Bewerberseite zunehmend schwieriger“, betont Elmar Wagner. Viele Unternehmen haben deshalb Schwierigkeiten, ihre offenen Stellen mit geeignetem Personal zu besetzen.“
Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung entwickelte sich weiterhin leicht rückläufig. Zum Stichtag 31. Januar 2026 waren 211.138 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte registriert. Das entspricht einem Rückgang von 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Entwicklung in den Landkreisen
Im Kreis Altenkirchen liegt die Arbeitslosenquote mit 6,1 Prozent um 0,1 Punkte über dem Vormonatswert und 0,1 Punkte über dem Wert vor einem Jahr. Derzeit sind 4.441 Personen ohne Arbeit, das sind 42 mehr als vor einem Monat und 82 mehr als vor einem Jahr.
Im Kreis Neuwied haben derzeit 5.867 Personen keine Beschäftigung. Das sind 197 mehr als im Vormonat und 267 mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote steigt im Monatsverlauf um 0,2 Prozentpunkte auf 5,7 Prozent und liegt 0,2 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert.
Im Rhein-Lahn-Kreis sind 2.925 Menschen ohne Job – 83 mehr als im Juni und 54 weniger als im Vorjahr. Die Quote ist in den vergangenen Wochen von 4,3 auf 4,4 Prozent gestiegen und liegt 0,1 Punkte unter dem Vorjahreswert.
Im Westerwaldkreis sind Ende Juli 4.614 Männer und Frauen arbeitslos. Das sind 92 Personen mehr als vor einem Monat und 31 weniger als vor einem Jahr. Die Quote bleibt im Juli unverändert bei 3,9 Prozent. Im Vorjahr betrug sie 4,0 Prozent. (Arbeitsagentur Montabaur)