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Arbeitslosenquote sinkt auf 4,9 Prozent – noch 1.089 freie Ausbildungsstellen

Schon im August setzte die übliche Herbstbelebung am Arbeitsmarkt ein. So gingen wieder mehr Menschen aus Arbeitslosigkeit in eine Erwerbstätigkeit. Im Bezirk der Agentur für Arbeit Rhein-Wied-Westerwald sind derzeit 17.531 Menschen arbeitslos gemeldet, das sind 316 Personen weniger als im Juli. Gegenüber dem Vorjahr sank die Zahl der Menschen ohne Beschäftigung um 117 Personen. Die Arbeitslosenquote fiel im August um 0,1 Prozentpunkte auf 4,9 Prozent und liegt damit wieder exakt auf dem Wert des Vorjahres.
„Das ist eine erfreuliche Entwicklung für den Spätsommer. Die Zahl der Menschen, die eine neue Beschäftigung aufnehmen konnten liegt deutlich über dem üblichen Niveau“, erklärt Elmar Wagner, Chef der Agentur für Arbeit Rhein-Wied-Westerwald.


Das belegt die Relation zwischen Zugängen in Arbeitslosigkeit und Abgängen in Erwerbstätigkeit. Hier gab es im August mit 4.278 Neumeldungen zu 4.572 Beschäftigungsaufnahmen einen positiven Saldo. Die Zahl derer, die sich aus dem Job heraus arbeitslos melden mussten, war um 294 niedriger als die der Menschen, die wieder ins Erwerbsleben einsteigen konnten. Besonders die Gruppe der unter 20-Jährigen konnte partizipieren: Deren Anteil hat sich auf 427 arbeitslose Jugendliche verringert und liegt jetzt bei nur noch 2,7 Prozent aller arbeitslos gemeldeten Personen.
„Das neue Ausbildungsjahr hat begonnen und erklärt diesen Wert. Viele Betriebe der Region freuen sich über den Zuwachs an Jugendlichen, die zu Fachkräften qualifiziert werden. Ein Schlussstrich ist aber definitiv noch nicht gezogen – die Bewegung am Ausbildungsmarkt ist noch voll im Gang“, so der Agenturchef.
Es gibt nach wie vor junge Leute, die eine Lehrstelle und Betriebe, die Auszubildende suchen. Im Agenturbezirk waren bis August insgesamt 3.580 interessierte Bewerber und Bewerberinnen für eine Ausbildungsstelle oder ein duales Studium bei der Berufsberatung gemeldet. Das sind 154 Jugendliche mehr als im August 2025. Aktuell sind noch 649 Bewerber und Bewerberinnen auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz.
Auf der anderen Seite lassen die anhaltend schwachen Wirtschaftsaussichten, die sich durch die Folgen des Iran-Kriegs nochmal verschlechtert haben, die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe zurückgehen.
Die regionalen Unternehmen haben bisher 3.618 Ausbildungs- und duale Studienplätze gemeldet. Das sind 459 Ausbildungsplätze weniger als vor einem Jahr und entspricht einem Rückgang um 11,3 Prozent. Aktuell sind noch 1.089 Ausbildungs- und duale Studienplätze frei. Rein rechnerisch kommen damit auf jeden derzeit unversorgten Jugendlichen noch 1,7 unbesetzte Ausbildungsstellen in der Region – allerdings nicht immer im Wunschberuf.
„Beide Seiten gewinnen, wenn sie sich flexibel aufeinander zu bewegen“, sagt der Agenturchef. „Unter mehr als 300 Ausbildungsberufen finden junge Menschen bestimmt spannende Alternativen, wenn sie ihren Blick öffnen. Und die Betriebe könnten die Fachkraft der Zukunft finden, wenn sie auch schwächeren Bewerbern eine Chance geben.“ Die Berufsberatung und der gemeinsame Arbeitgeberservice der Agentur und der Jobcenter begleiten diesen Prozess, der oft herausfordernd ist.
Junge Leute, die jetzt noch einen Ausbildungsplatz suchen, werden gebeten, rasch Kontakt mit der Berufsberatung aufzunehmen. Einfach QR-Code scannen.

Der regionale Stellenmarkt bleibt für Arbeitsuchende auf einem guten Niveau – 911 Stellen wurden im August neu gemeldet, 102 weniger als im Vormonat, aber 17 mehr als vor einem Jahr. Aktuell befinden sich damit 5.444 freie Stellen im Angebot der Arbeitsagentur. Die meisten freien Stellen gibt es derzeit in den Branchen sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen, Verarbeitendes Gewerbe, Handel/ Instandhaltung und Reparatur von Kfz, Baugewerbe, Gesundheits- und Sozialwesen, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen.
Für die kommenden Wochen rechnet die Agentur für Arbeit mit einer stabilen Entwicklung am regionalen Arbeitsmarkt. Saisonale Impulse dürften die Beschäftigung weiter stützen, jedoch bleiben die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für viele Branchen herausfordernd. Sorge bereiten insbesondere anhaltende Arbeitsplatzverluste im industriellen Bereich.
Und so hat sich die Arbeitslosigkeit in den vier Landkreisen des Agenturbezirks entwickelt:
Im Kreis Altenkirchen haben derzeit 4.328 Menschen keinen Job – 113 weniger als im Juli und 67 weniger als im Vorjahr. Die Quote von 5,9 Prozent ist im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Punkte gesunken. Im Vergleich zum August 2025 ist sie um 0,1 Prozentpunkte gesunken.
Im Kreis Neuwied sind aktuell 5.761 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Das sind 106 weniger als im Vormonat und 124 mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote ist mit 5,6 Prozent um 0,1 Punkte zum Vormonat gesunken. Im Vergleich zum August 2025 ist sie um 0,1 Prozentpunkte gestiegen.
Im Rhein-Lahn-Kreis sind 2.878 Personen ohne Erwerbstätigkeit gemeldet – 47 weniger als im Juli und 66 weniger als im Vorjahr. Die Quote ist in den vergangenen Wochen von 4,4 auf 4,3 Prozent gesunken und liegt damit um 0,1 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert.
Im Westerwaldkreis sind Ende August 4.564 Männer und Frauen arbeitslos. Das sind 50 Personen weniger als vor einem Monat und 108 weniger als vor einem Jahr. Die Quote liegt im August unverändert bei 3,9 Prozent. Im Ver-gleich zum Vorjahr ist sie um 0,1 Prozentpunkte gesunken. (Agentur für Arbeit Rhein-Lahn-Westerwald) 

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