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ZEHN VORSCHLÄGE SOLLEN DIE STRUKTUR DER SENIORENPOLITIK IM WESTERWALDREIS VERBESSERN

WW. Der stark voranschreitende Demografische Wandel gefährdet auch im Westerwald unsere gewohnte Lebensweise – die zahlreichen Boomer gehen in Rente, immer weniger Junge müssen den Karren ziehen. Noch haben wir Zeit, in der vor uns liegenden historischen Ausnahmesituation den Übergang in die „Altenrepublik“ auf kommunaler Ebene so zu gestalten, dass der gesellschaftliche Absturz gemildert werden kann. Der Westerwaldkreis hat darauf mit einer Seniorenpolitischen Konzeption (SPK) reagiert, deren Umsetzung aber nun kraftvoll und nicht, wie bisher, eher zufällig angegangen werden muss! Die letzte Sitzung des Ausschusses für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung (ASGG) des Kreistages lässt da hoffen.

Dass sich die Ausschussmitglieder aller Parteien ausnahmslos an der lebhaften SPK-Diskussion beteiligten, zeigte für das Netzwerk „Senioren-Rat Westerwald“ (SaReWe), wie wichtig den Vertreter/innen aller demokratischen Parteien das Thema und die dadurch drohenden Gefahren und Chancen für die Zukunftsentwicklung des Kreises sind. Auslöser der Debatte war ein Antrag der SPD-Kreistagsfraktion mit dem Ziel, ein vom SaReWe ausgearbeitetes 10 Punkte – Programm zur Umsetzung der SPK zu beraten und deutliche Schritte in die richtige Richtung zu gehen.

Darin enthalten sind Vorschläge zur Verbesserung der personellen Zuständigkeiten im Kreishaus für die älter werdende Gesellschaft und eine arbeitsfähige personelle Ausstattung der Seniorenleitstelle, verbunden mit einem zukunftsweisenderen Senioren-Förderprogramm sowie Ausbau einer Seniorenpolitischen Leitgruppe unter Einbeziehung aller VG ‘s. Eingeladen werden soll zu einem regelmäßigen „Seniorenkongress“ und verschiedenen Veranstaltungen und Veranstaltungsreihen (wie den schon vom SaReWe initiierten regelmäßig stattfindenden „WW-Seniorentalk“) zu seniorenpolitischen Themen - dies unter Einbeziehung vieler Vereine, Einrichtungen, Organisationen und demokratischen Parteien. Angeregt wurde darüber hinaus, dass das Thema SPK-Umsetzung auf der Tagesordnung jeder ASGG-Sitzung steht. Ein wichtiger Aspekt ist auch, dass die seniorenpolitischen Aktivitäten von den VG ’s noch zu unterschiedlich intensiv wahrgenommen werden. Auch soll durch einen SPK-Newsletter sowie noch stärkere Einbeziehung der Lokalmedien für die seniorenpolitischen Ziele geworben werden.

Für die antragstellende SPD erläuterte Uli Schmidt die einzelnen Anregungen und meinte hinterher: „Ich gehöre diesem Ausschuss schon fast vier Jahrzehnte an und kann mich an keine einzige Sitzung erinnern, in der sich alle Mitglieder so fachkundig und engagiert in die Debatte eingebracht haben“. Das sei außergewöhnlich und begründe die Hoffnung, dass nun mit der Umsetzung der 12 Handlungsfelder der SPK energisch begonnen werde. „Wir haben nicht mehr viel Zeit, müssen jetzt damit beginnen und dürfen nicht warten, bis wir Boomer alle in Rente sind“ meinte Eva Ehrlich-Lingens von den Grünen. Der durch das große Nachbarschafts-Netzwerk „Wäller helfen“ bekannte Björn Flick, rief dazu auf, die Entwicklung mehr generationenübergreifend anzugehen und auch jüngere Menschen einzubeziehen. Mehrfach wurde betont, dass die vorgelegten 10 Punkte nur dazu dienen können, die Struktur zu verbessern, in der ebenso fortschrittliche wie zukunftsweisende Seniorenaktivitäten im Kreis sowie den Verbands- und Ortsgemeinden entstehen können. Bemängelt wurde, dass die SPK kreisweit noch weitgehend unbekannt ist und fast niemand dazu was sagen kann, was da drin steht!

Als Leiterin der Seniorenleistelle in der Kreisverwaltung wies Bianca Westphal auf den Neudruck eines Flyers hin, der die Themen der SPK benennt: dies sind die Handlungsfelder Ortsentwicklung, Wohnsituation sowie Beratung und Öffentlichkeitsarbeit. Hinzu kommen Betreuung und Pflege, präventive Angebote und gesellschaftliche Teilhabe, gefolgt von Bürgerschaftlichem Engagement von und für Senioren und Angebote für besondere Zielgruppen. Anregungen gibt es aber auch zu Kooperations- und Vernetzungsstrukturen, zur Hospiz- und Palliativbewegung sowie die Pflegestrukturplanung. Neu aufgenommen wurde auf Anregung der CDU die Digitale Kompetenz und Teilhabe. Zu allen 12 Handlungsfeldern werden Schritte aufgeführt, die es anzugehen gilt.

Sicher ist für den SaReWe, dass der Demographische Wandel neben dem Klimawandel ein zentrales Thema ist, das unsere Demokratie weiter zersetzen und gefährden kann. Damit verbundene große Herausforderungen auch für den Westerwald sind jetzt schon spürbar, beispielsweise bei fehlenden Ärzten und Altenpflegerinnen bis zu mangelndem Wohnraum und dem Fachkräftemangel für die heimische Wirtschaft. Als Koordinator des SeRaWe-Netzwerkes hofft dessen Koordinator Uli Schmidt darauf, dass alle seniorenpolitisch Aktiven im Westerwaldkreis gemeinsam auf die Realisierung der im ASGG diskutierten 10 Vorschläge hinwirken. Infos zu den geplanten Vorhaben oder Fragen zur SPK gerne unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Dort kann auch die Aufnahme in einen monatlichen Info-Verteiler unter Nennung von Namen, Wohnort und Interesse an der Seniorenarbeit beantragt werden. Der bezieht sich aber (fast) nur auf Aktivitäten des Netzwerkes. (Uli Schmidt) 

Kategorie: Bunte Meldungen
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