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Zusammenkunft in Niederahr gibt Rück- und Ausblick
Mitte Januar trafen sich die Führungskräfte der Feuerwehren im Westerwaldkreis zum bereits 44. Mal zu ihrer jährlichen Dienstversammlung in Niederahr. Der lang erkrankte Brand- und Katastrophenschutzinspekteur (BKI), Tobias Haubrich, begrüßte unter großem Beifall die zahlreichen Vertreter aus Politik und Blaulichtfamilie. Dem schloss sich Landrat Achim Schwickert an: „Die Erkrankung hat einmal mehr gezeigt, dass wir nicht aufgeben und als Mannschaft zusammenhalten sowie füreinander einstehen. Dafür und für die täglich geleistete ehrenamtliche Arbeit und Leistung aller bin ich sehr dankbar.“ Darüber hinaus gab er Einblicke in die bereits erfolgten oder bereits auf den Weg gebrachten Anschaffungen des Westerwaldkreises. Dazu zählen vier Notfallkrankentransportfahrzeuge auf Allradfahrgestell für die Schnelleinsatzgruppe (SEG), ein Einsatzleitwagen für den Gefahrstoffzug, zwei Module Waldbrandbekämpfung und die Fortführung des Aufbaus eines zukunftsfähigen Sirenenwarnsystems.


Danach berichtete der hauptamtliche BKI des Landkreises Bernkastel-Wittlich, Jörg Teusch, anhand von beeindruckenden Bildern und seinen persönlichen Eindrücken über den Einsatz „Hoteleinsturz Kröv“ im August 2024. Dabei schilderte er die Telefonate mit einer Holländerin, die gemeinsam mit ihrem einjährigen Kind stundenlang unter den Trümmern eingeschlossen war, gab Einblicke in die taktische Planung, die Sicherungs- und Ortungsmaßnahmen sowie die hervorragende Zusammenarbeit der Einsatzkräfte unterstützt von Privatpersonen und Unternehmen. Mit großem Interesse folgten die Feuerwehrkameraden den Ausführungen und konnten die letztendliche Erkenntnis von Jörg Teusch nur zu gut nachvollziehen: „Das war ein Einsatz, der Spuren in den Herzen aller Beteiligten hinterlässt.“ Damals konnten von den 14 verschütteten Personen fünf durch Nachbarn und sieben durch die Einsatzkräfte gerettet werden. Zwei Menschen waren direkt beim Einsturz ums Leben gekommen.
Bestellungen, Ernennungen und Ehrungen
Den Rahmen der Dienstversammlung nutzte das Technische Hilfswerk (THW) für eine seltene und hohe Auszeichnung. Bernd Dillbahner, der 22 Jahre Wehrführer der Feuerwehr in Westerburg war, erhielt das THW-Ehrenzeichen in Bronze. Im Namen der Präsidentin des THW überreichte der Landesbeauftragte Marcus Hantsche die staatlich anerkannte Auszeichnung an Dillbahner für die gelebte Verzahnung von Feuerwehr und THW.
Traditionell wurden auch durch Landrat Achim Schwickert Ernennungen von Kreisausbildern vorgenommen. Kommissarisch beauftragte er die Kreisausbilder Markus Dasbach (FF Weltersburg), Michael Ferdinand (FF Weidenhahn), Stefan Heinz (FF Rennerod) und Jens Schmidt (FF Montabaur).
Sven Quirmbach (FF Wirges), Stefan Wengel (FF Härtlingen), Florian Schubert (FF Hattert), Ansgar Schmidt (FF Wallmerod), Florian Neuroth, Julian Relewicz und Florian Bach (FF Montabaur) wurden als Kreisausbilder beauftragt.
Des Weiteren wurde Stefan Heinz (FF Rennerod) zum Gruppenführer und Manuel Fromme (FF Ransbach-Baumbach) zum Teileinheitsführer der jeweiligen Gefahrstoff-Teileinheiten in Rennerod und Ransbach-Baumbach ernannt.
Rück- und Ausblick
Damit verfügt der Westerwaldkreis erfreulicherweise über ausreichend Ausbilder, die 2025 ihr Wissen in 54 Lehrgängen an insgesamt 1.012 Teilnehmende weitergeben konnten. BKI Tobias Haubrich gab zum Schluss der Versammlung noch einen Ausblick auf die Zukunft. Nach dem Alarm- und Einsatzplan Waldbrand sollen die beiden Waldbrandzüge mit eigenen Zugführern ausgestattet, der Alarm- und Einsatzplan Hochwasser fertiggestellt und eine kreiseigene Facheinheit Presse- und Medienarbeit gegründet werden. Auch der Zivilschutz und die zivile Alarmplanung werden erhebliche Ressourcen binden. Ein selbstfahrender Gerätewagen Gefahrgut (GWG) für die Gefahrstoffzug-Teileinheit Ransbach-Baumbach steht auf der Beschaffungsliste und zwei Abrollbehälter Notstrom sollen 2026 ausgeliefert werden, die dann bei den Feuerwehren Ransbach-Baumbach und Rennerod stationiert sind. In Planung ist zudem, die Atemschutzstrecke in Westerburg technisch zu erneuern sowie in Zusammenarbeit mit der Verbandsgemeinde Westerburg Sanitäranlagen für beide Geschlechter zu schaffen. Seinen Dank für die zur Verfügung gestellten Gelder richtete Haubrich an den Kreis und speziell an die Mitglieder des Kreistages. (Westerwaldkreis) 

Kategorie: Bunte Meldungen
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