Die Verbandsgemeinde Montabaur hat Ende November 2025 ihr neues Radverkehrskonzept
vorgestellt. Das hierin beschriebene Zielnetz enthält aber noch sehr viele Lücken. Gerade für den
Weg zur Arbeit, zur Schule oder zum Bahnhof fehlen oft direkte und sichere Verbindungen.
Nun müssen Taten folgen.
Eine Maßnahme wäre hier beispielsweise die Schaffung einer sicheren Radverbindung
Simmern – Neuhäusel.
Aus diesem Grunde überreichen Die GRÜNEN des Ortsverbandes Simmern am 26.02.2026 um
16:30 Uhr daher symbolisch ein grünes Rad an Frau Wieland, Beigeordnete des Westerwald
Kreises, am Ortseingang Simmern.
Großer Handlungsbedarf: Mehr als 110 Kilometer Netzlücken
Die Analyse des Radverkehrskonzepts zeigt deutlich, dass das bestehende Radnetz der VG
Montabaur umfangreiche Defizite aufweist. Besonders das Pendler- und Basisnetz ist von
zahlreichen Unterbrechungen geprägt. Insgesamt weist das Konzept rund 114 Kilometer zu
schließende Lücken aus, davon 68 Kilometer allein auf den wichtigen Pendlerrouten.
Herausforderung: Hohe Geschwindigkeiten auf Landes- und
Kreisstraßen
Besonders kritisch ist die gemäß Konzept geplante Führung des Radverkehrs entlang von Land-
und Kreisstraßen, die teilweise mit Geschwindigkeiten bis zu 100 km/h befahren werden. Dort
fehlt häufig eine sichere Infrastruktur.
Nicht alltagstaugliche Wirtschaftswege als Basis für ein
Alltagsradwegenetz
Ein großer Teil der geplanten Verbindungen basiert auf der Nutzung von Wirtschaftswegen.
Diese können zwar wichtige Ergänzungen sein, sind aber nicht dauerhaft als zentrale
Pendlerachsen geeignet. Fehlende Beleuchtung, mangelnde Breite oder Nutzungskonflikte mit
der Landwirtschaft schränken ihre Alltagstauglichkeit ein.
Maßnahmenkatalog mit über 300 Projekten
Das Konzept enthält einen umfangreichen Maßnahmenkatalog, der von kleinen
Markierungsarbeiten bis zu größeren Infrastrukturausbauten reicht. Diese Maßnahmen nützen
nichts, ohne konkrete Planung für die Umsetzung. Zudem fußt das Konzept auf der Realisierung von Piktogrammketten, die vielerorts
vorgeschlagen werden aber in ihrer in dieser Form in Rheinland-Pfalz (als einzigem
Bundesland) nicht zulässig sind.
Die Pläne sind da - jetzt müssen die Radwege
kommen!
Aus Sicht der Grünen ist das Konzept erstmal nur eine Grundlage. Jetzt muss die Umsetzung
folgen. Jahrelang ist auf das Radverkehrskonzept verwiesen worden, wenn es um konkrete
Maßnahmen für den Radverkehr ging. Das Konzept ist da, jetzt muss geliefert werden.
Und Gelegenheit zum Handeln gibt es viele, sei es die Neugestaltung der Anbindung des
Schulzentrums oder die Schaffung sicherer Radwege zu den Grundschulen. (Grüne WW)