Unter dem Eindruck des Landtagswahlergebnisses hat der FDP-Kreisverband Westerwald auf seinem ordentlichen Kreisparteitag in Westerburg eine schonungslose Bestandsaufnahme vorgenommen und daraus Konsequenzen gezogen. Im Mittelpunkt stand die Frage, warum es der Partei nicht gelungen war, den Wählerinnen und Wählern die eigenen Erfolge in Regierungsverantwortung sichtbar zu machen. In Bereichen wie Justiz, Agrarpolitik oder Digitalisierung habe die FDP in Rheinland-Pfalz einen wichtigen Beitrag geleistet, doch diese Leistung sei beim Wähler nicht angekommen. Das Bild sei durch die Entwicklungen auf Bundesebene und notwendige Personalveränderungen auf Landesebene überlagert worden. Zur Wahrheit gehöre aber auch, so der Tenor auf dem Parteitag, dass die FDP die entscheidenden Themen nicht klar genug kommuniziert habe. Diesen Fehler wolle man künftig mit Expertise, Erfahrung und einer deutlich besseren Ansprache korrigieren.
Die Mitglieder bestätigten Jana Gräf einstimmig als Kreisvorsitzende und setzten mit der Wahl von Kay Ortseifen und Patrick Häbel zu stellvertretenden Kreisvorsitzenden ein klares Signal für Erneuerung. Auch Schatzmeister Philipp Weber erhielt erneut das volle Vertrauen. Der Kreisverband dankte den bisherigen stellvertretenden Vorsitzenden Volker Lopp und Hanna Olbrich ausdrücklich für ihr Engagement. Die Erfahrung aus dem bisherigen Vorstand geht dem Kreisverband dabei nicht verloren: Volker Lopp wird seine Arbeit künftig auf die Verbandsgemeindeebene fokussieren und dem Kreisverband als Beisitzer mit seiner beruflichen wie politischen Expertise weiterhin als Fachmann zur Verfügung stehen. Der Parteitag wählte zudem die Delegierten und Ersatzdelegierten für den Bezirks- und den Landesparteitag.
„Wir müssen uns ehrlich eingestehen: Wir haben es nicht geschafft, den Menschen im Land transparent zu zeigen, wo die FDP in der Regierung konkret etwas bewegt hat. Das Vertrauen der Mitglieder ist für mich Auftrag, genau das zu ändern, mit klaren Themenfeldern und einer Kommunikation, die bei den Menschen ankommt. Der Westerwald wird nicht in Mainz oder Berlin zurückgewonnen, sondern hier vor Ort.“ erklärte die wiedergewählte Kreisvorsitzende Jana Gräf.
Inhaltlich richtet sich der Blick des Kreisverbandes konsequent nach vorn und auf die kommunale Ebene. Die Rückkehr zu liberalen Kernwerten soll sich dort zeigen, wo Politik den Alltag der Menschen unmittelbar berührt: in den Ortsgemeinden, Verbandsgemeinden und im Kreistag. Die liberalen Rats- und Fraktionsmitglieder sollen künftig stärker unterstützt, besser vernetzt und in ihrer Arbeit sichtbarer gemacht werden.
„Die größten Aufgaben der kommenden Jahre liegen in den Gemeinden, Verbandsgemeinden und im Kreis. Dort müssen wir präsent sein, dort müssen wir zuhören, und dort müssen wir konkrete Antworten geben. Ich freue mich darauf, diesen Weg gemeinsam mit dem gesamten Vorstand zu gehen, mit offenem Ohr für die Menschen und mit klarer Kante in der Sache", so der neu gewählte Stellvertretende Kreisvorsitzende Kay Ortseifen.
Dialog mit Mittelstand, Betrieben und Bürgerinnen und Bürgern
Ein besonderer Schwerpunkt wird künftig auf dem direkten Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern liegen, insbesondere mit denjenigen, die Verantwortung tragen, ob im Betrieb, im Unternehmen oder im Ehrenamt.
„Unser Anspruch ist klar: Wir wollen nah bei den Menschen sein, bei den Betrieben, bei den Vereinen, bei denen, die diesen Kreis jeden Tag am Laufen halten. Der Westerwald hat eine selbstbewusste, freiheitliche Stimme verdient und genau die werden wir wieder hörbar machen", betonte der neu gewählte stellvertretende Kreisvorsitzende Patrick Häbel.
Klares Signal aus Westerburg
Der Kreisparteitag in Westerburg hat ein deutliches Signal gesetzt: Der FDP-Kreisverband Westerwald stellt sich der Wahlanalyse, zieht daraus die richtigen Schlüsse und geht mit einem erneuerten Vorstand, gebündelter Erfahrung und einem klaren kommunalpolitischen Kompass in die kommenden Jahre. Nicht Durchhalteparolen, sondern ehrliche Reflexion und der Wille zur besseren Kommunikation liberaler Inhalte prägten den Abend und werden die Arbeit des neuen Vorstands bestimmen. (FDP WW)