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Undichtes Dach wird saniert – Gottesdienste finden statt
Westerwaldkreis. Sie sind nicht zu übersehen, die Arbeiten an der Evangelischen Kirche Höhr-Grenzhausen: Seit einigen Wochen wird das Dach des Gotteshauses auf Vordermann gebracht. Bei einer Routineuntersuchung hatten Experten vor etwa drei Jahren auffällige Flecken in den Brettern unterhalb des Schieferdachs entdeckt – und das ist immer ein schlechtes Zeichen.
Bettina Fritz, Stellvertretende Vorsitzende des Bauausschusses der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Westerwald Süd, begleitete die Arbeiten an der Kirche von Anfang an und weiß, was diese Flecken bedeuten: „Schnell war klar, dass Wasser eingedrungen ist und die Dachschalung angegriffen hat, also die Holzbretter unterhalb der Schieferdeckung.“ Außerdem waren die Dachhaken korrodiert und es gab Witterungsschäden im Schiefer.


Die Kirchengemeinde musste also handeln und begann im Frühjahr 2024 mit den Planungen für eine Sanierung. Die startete im Februar 2026, und seitdem ist das Gotteshaus von einem Gerüst umhüllt. Inzwischen haben Experten unter anderem die alte, marode Dachschalung entfernt und kümmern sich nun ums Abtragen der verwitterten Schieferplatten. „Bevor der neue Schiefer in der sogenannten Altdeutschen Deckung angebracht wird, verlegen die Arbeiter eine Schutzfolie über die neue Schalung“, sagt Bettina Fritz. Die Folie soll das Innere künftig noch effektiver gegen Nässe schützen.
Sobald die Schieferplatten befestigt sind, ist das neue Dach fertig, sagt Bettina Fritz. „Dann müssen nur noch ein paar kleinere Arbeiten erledigt werden: Die Kirche bekommt neue Regenrinnen; ein paar Malerarbeiten fehlen noch und einige Fenster werden ausgebessert. Wahrscheinlich ist bis Anfang August alles fertig“, sagt Bettina Fritz und glaubt, dass es weder in Sachen Zeitplan oder Kosten böse Überraschungen gibt: „Bisher ist nichts Unvorhergesehenes passiert. Wir werden also wohl im finanziellen Rahmen bleiben.“
Die Kosten für die Maßnahme liegen bei rund 428.000 Euro, von denen die Gesamtkirchengemeinde Westerwald Süd allerdings nur die üblichen 20 Prozent zahlt – also etwa 85.000 Euro. Den Rest trägt die Landeskirche; die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau. „Darüber hinaus haben wir eine Zuwendung bei der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz beantragt“, sagt Bettina Fritz. „Ob und wie viel Unterstützung wir von der Landesbehörde bekommen, steht aber noch nicht fest.“
Was hingegen fest steht: Trotz der Bauarbeiten sollen alle Gottesdienste und die Veranstaltungen rund um die Kirche normal stattfinden. Die BesucherInnen müssen das Gebäude derzeit zwar über eine provisorische Rampe betreten, und der Raum um die Orgel ist etwas enger als sonst. Aber das sind vertretbare Einschränkungen für ein dichtes Dach, findet auch die Höhr-Grenzhäuser Pfarrerin Monika Christ: „Wir als Kirchengemeinde tragen für unsere schöne Kirche gerne Verantwortung. Sie ist ortsprägend, und die besondere Lage an einer Wiese mit dem herrlichen Ausblick in die Natur macht sie zu einem beliebten Treffpunkt. Solche Orte verdienen unsere Aufmerksamkeit und Wertschätzung.“ (bon) (Evangl. Dekanat WW) 

Kategorie: Bunte Meldungen
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