Drucken

Synodale aus dem Westerwald fordern mehr Klartext und mutige Gegenrede
Westerwaldkreis. Die Synode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) hat bei ihrer jüngsten Sitzung ein Gesetz gegen Extremismus in Kirchenvorständen verabschiedet. Menschen, die „extremistische, antisemitische, rassistische oder sonst menschenverachtende Positionen einnehmen, können nicht in den Kirchenvorstand gewählt werden“, heißt es dort. Diese verschärfte Wahlordnung von Kirchenvorständen ist ohne Gegenstimme verabschiedet worden und geht auf einen Antrag zurück, an dem auch die Wäller Synodalen als Mitglieder des Ausschusses für Gesellschaftliche Verantwortung mitgearbeitet haben. Für die vier Westerwälder VertreterInnen – Pfarrerin Elisabeth Huhn, Rotraud Weber, Dieter Eller und Sabrina Loth – ist das verschärfte Gesetz überfällig. Es könnte ihrer Ansicht nach sogar noch einen Schritt weitergehen.


„Wir sind überzeugt, dass sich das Christsein und die Verantwortung in einer Kirchengemeinde nicht mit Extremismus verträgt“, sagt Sabrina Loth. Auch Rotraud Weber findet, dass extremistische Haltungen dem christlichen Weltbild völlig widersprechen: „Das Bekenntnis zu Jesus Christus schließt das zu den Juden mit ein. Nicht umsonst heißt es: ,Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst‘. Wer Gott liebt, kann dessen Ebenbilder nicht ablehnen“, sagt sie. Dieter Eller, der dienstälteste Vertreter des Evangelischen Dekanats Westerwald im Parlament der Landeskirche, hätte den Gesetzestext sogar noch deutlicher formuliert: „Auch wenn es noch andere extremistische Parteien gibt: Wenn wir mit dem Gesetz die AFD meinen, sollten wir sie auch beim Namen nennen“, findet er. „Unsere katholischen Geschwister haben die Unvereinbarkeit von AFD-Mitgliedschaft und kirchlichem Amt klarer auf den Punkt gebracht.“
Trotzdem treibt die Wäller Synodalen die Frage um, wie man mit denjenigen umgeht, die in der Kirchengemeinde die AFD wählen und offen dazu stehen. „Man muss dagegenhalten, wenn Sprüche kommen. Aber das Gebot ,Liebe Deinen Nächsten‘ gilt auch hier. Letztlich kann man nur bei sich selbst und dem christlichen Zeugnis bleiben“, glaubt Elisabeth Huhn. „Wir haben die Verantwortung, unsere Stimme gegen menschenverachtende Aussagen zu erheben. Aber auch aus Liebe heraus zu handeln. Gott diskriminiert nicht. Das sollten wir auch nicht tun. (bon) (Evang. Dakanat WW) 

Kategorie: Bunte Meldungen
Zugriffe: 40