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Kreis Altenkirchen. Die Gesellschafterversammlung der Westerwaldbahn bot dieser Tage noch einmal den passenden Rahmen, um ausführlich auf die Sanierung der Stammstrecke zurückzublicken, ist das Geleistete doch durchaus beeindruckend: Insgesamt wurden zwischen Juni 2024 und Dezember 2025 ca. 1250 Meter Gleis saniert sowie 1900 Schwellen, 2400 Meter Schiene und 1200 Tonnen Schotter verbaut sowie zwei Eisenbahnbrücken erneuert. Teilweise wurden dabei Anlagen erneuert, die noch aus dem Baujahr der Strecke (1912) stammten.
In der Sitzung erinnerte der 1. Kreisbeigeordnete Tobias Gerhardus an die gesetzlichen Verpflichtungen im Zusammenhang mit dem Großprojekt: „Eine Wahl hatten wir im Vorfeld nicht. Wir sind als Eigentümerin von öffentlicher Eisenbahninfrastruktur schließlich daran gebunden, diese auch betriebsbereit zu halten.“ Daher finden regelmäßig eigene Kontrollen durch die Westerwaldbahn und zusätzlich durch externe Fachfirmen und die zuständigen Aufsichtsbehörden statt. So war vor einigen Jahren klar, dass zwischen Scheuerfeld und der Bindweide die Gleisbaumaschinen zeitnah anrücken müssen.


„Die einzige Alternative, die man allerdings genau so nicht bezeichnen kann, wäre die Stilllegung gewesen“, erläuterte Gerhardus. Nunmehr habe man die Sicherheit, dass man über eine zukunftsfähige und leistungsfähige Strecke verfüge und in den nächsten 25 Jahren keine größeren Investitionen in die Infrastruktur getätigt werden müssten. Seit Jahresbeginn ist die Strecke bis zur Rosenheimer Ley wieder befahrbar.
Klar war: Diese Baumaßnahmen waren trotz großzügiger Förderung von Bund und Land nicht zum Nulltarif umzusetzen. „Am Anfang stand noch nicht einmal fest, ob überhaupt Fördermittel fließen werden“ berichtete Geschäftsführer Oliver Schrei. Strategie sei daher gewesen, die Kosten direkt so niedrig wie möglich zu halten. „Um das zu erreichen, haben wir unter anderem mit Eigenleistungen und dem Einsatz von aufgearbeitetem Material kalkuliert“, so Schrei. Und aus genau diesen Gründen wurde auch auf eine teure Berechnung nach HOAI verzichtet, stattdessen nahm ein Ingenieurbüro eine Kostenschätzung vor. So stand für die Westerwaldbahn zunächst eine Gesamtsumme von rund 1,7 Millionen im Raum.
Die Schlussrechnung hat nun Mehrkosten in Höhe von rund 600.000 Euro ergeben, verursacht hauptsächlich durch die Arbeiten an den beiden Brückenbauwerken. „Hier mussten zum einen deutlich mehr Stahl und Beton für die Überbauten eingesetzt werden, als ursprünglich angenommen, zudem hat es beim Baupreisindex eine Steigerung um 36 Prozent gegeben“, erläutert Gerhardus. „Damit haben wir auf der Schiene die gleichen Erfahrungen wie zuletzt beim Straßenbau machen müssen.“
Gerhardus und Schrei bezeichnen die Mehrkosten als ärgerlich: „Es wäre natürlich besser gewesen, wir hätten von vornherein Klarheit besessen. Allerdings steht fest, dass wir nicht günstiger hätten bauen können. Daran hätte auch eine genauere Kostenrechnung im Vorfeld nichts geändert.“ Die 600.000 Euro wird die Westerwaldbahn aus ihren Rücklagen finanzieren. (Kreis Altenkirchen) 

Kategorie: Bunte Meldungen
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