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Regionaler Runder Tisch Rhein-Westerwald informiert
Die Nachricht erschütterte vor einigen Wochen weit über den Westerwaldkreis hinaus: Eine Frau aus Ebernhahn wurde ersten polizeilichen Ermittlungen zufolge durch Schläge mit einem Hammer getötet. Dringend tatverdächtig ist ihr Ex-Ehemann. Dieser mutmaßliche Femizid geschah mitten unter uns und bewegte auch die Mitglieder des Regionalen Runden Tischs Rhein-Westerwald (RRT) zutiefst.
Dieser besteht aus rund 60 Mitgliedern von hilfs- und fachbezogenen Dienstleistungen für Frauen und Kindern mit Gewalterfahrungen aus dem Westerwaldkreis sowie den Landkreisen Altenkirchen und Neuwied. Bei der jüngsten Sitzung waren sie sich mit Blick auf die erschreckende Tat einig: Fakten rund um das Thema Femizid sind in Deutschland zu wenig bekannt und es besteht dringende Notwendigkeit, diese stärker in das Bewusstsein der Bevölkerung zu rücken.


Der soziologisch und politisch verwendete Begriff „Femizid“ bezeichnet die Tötung einer Frau oder eines Mädchens aufgrund ihres Geschlechts. Dies kann aus unterschiedlichen Gründen geschehen, wie beispielsweise aus Eifersucht, Besitz- und Machtanspruchsdenken, Verletzung des Ehrgefühls, Frauenfeindlichkeit oder wegen Beziehungsbrüchen. Derzeit ist in Deutschland der Femizid noch kein juristischer Straftatbestand, oftmals wird stattdessen der Begriff „Beziehungstat“ verwendet. Dabei schwingt allerdings die Annahme einer möglichen Teilschuld des Opfers mit und könnte als Einzelfalltragödie verharmlost wahrgenommen werden.
Laut dem Statistischen Bundesamt wurden im Jahr 2024 rund 83.000 Frauen und Mädchen weltweit getötet. 50.000 davon wurden von ihrem Intimpartner oder einem Familienmitglied wie Vater, Mutter, Bruder oder Cousin ermordet. Damit starb weltweit fast alle zehn Minuten eine Frau oder ein Mädchen durch die Hand eines nahen Angehörigen. Ergänzend dazu veröffentlichte 2025 das Ministerium für Kommunen, Bauen, Wohnen und Kultur konkrete Zahlen zu Femiziden in Rheinland-Pfalz: „2023 wurden 938 Mädchen und Frauen Opfer von versuchten oder vollendeten Tötungsdelikten. Dies entspricht einem Anteil von 32,3 Prozent aller Opfer von Tötungsdelikten. Der Anteil an weiblichen Opfern, die im Zusammenhang mit partnerschaftlichen Beziehungen Opfer von Tötungsdelikten wurden, liegt bei 80,6 Prozent. Insgesamt wurden 360 Mädchen und Frauen Opfer vollendeter Taten. Demnach gab es 2023 beinahe jeden Tag einen Femizid in Deutschland.“
Diese Zahlen sind für die Mitglieder des RRT Rhein-Westerwald alarmierend, zumal viele von ihnen in ihrer täglichen Arbeit die Auswirkungen von Gewalt gegen Frauen und Kinder sehen. Deshalb wird der RRT auch weiterhin auf unterschiedlichsten Wegen zu den Hintergründen und Hilfsangeboten informieren. (Westerwaldkreis) 

Kategorie: Bunte Meldungen
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