Schon seit Jahren ist die konfliktbehaftete Verkehrssituation in der Parkstraße ein Thema. Einbahnstraße für den Kfz-Verkehr, für den Radverkehr jedoch in beide Fahrtrichtungen offen, dazu geparkte Autos links und rechts. Und seit der Ausweitung des Stadtlinienverkehrs sind die Linien 1 und 3 in einer engeren Taktung dort auf dem Weg zum Krankenhaus unterwegs. Zeit zum Handeln.
„Die Parkstraße ist nicht nur eine wichtige Verbindung auf dem Weg zum Krankenhaus, sondern auch zur Tilemann- und Theodor-Heuss-Schule. Die Verbindung weist schon lange Mängel in der Verkehrssicherheit auf. Im Schulmobilitätsplan Plus des Landkreises für die Tilemannschule wurde daher schon ein Entfall von Parkplätzen vorgeschlagen“, macht Bürgermeister Dr. Marius Hahn den Handlungsbedarf deutlich. Der Magistrat hat der Änderung bereits zugestimmt und sie dem Ortsbeirat, der am Dienstag, 1. September, tagt, zur Kenntnis weitergeleitet. Danach werden die Parkplätze in Fahrtrichtung links entfernt. Für Anlieger gibt es Ersatzparkplätze in der Nähe.
Wer zur Tilemann- oder Theodor-Heuss-Schule will, nutzt die Parkstraße als Schulweg. Auch im Zusammenhang mit dem schulischen Mobilitätsmanagement ist die Situation daher vor Ort untersucht worden. Dabei wurden Mängel in der Verkehrssicherheit für die Schülerinnen und Schüler aufgrund der geparkten Autos und der damit verbundenen Einschränkung der Sichtbeziehungen festgestellt. Im Schulmobilitätsplan Plus des Landkreises für die Tilemannschule ist daher ein Wegfall von Parkplätzen vorgeschlagen worden.
Seit dem 1. Juli vergangenen Jahres und der zu diesem Zeitpunkt umgesetzten Erweiterung des Stadtlinienangebots nutzen die Linien 1 und 3 die Parkstraße ab der Einmündung Walderdorffstraße in einer engen Taktung. Allerdings werden Autos oftmals außerhalb der markierten Fläche abgestellt, was den nutzbaren Verkehrsraum weiter beeinträchtigt. „Wir bekommen durch das Fahrpersonal vermehrt Behinderungen durch die geparkten Fahrzeuge gemeldet“, verdeutlicht der Bürgermeister. Dies wurde bei einer Befahrung zur Überprüfung bestätigt.
Deshalb werden in der Parkstraße die Parkplätze in Fahrtrichtung links entfernt. Auf der rechten Fahrbahnseite befinden sich zahlreiche Baumstandorte, dort sollen die Parkplätze erhalten bleiben. Auf der linken Seite der Straße besteht bereits am Kreisverkehr eine bauliche Anbindung für den Radverkehr, um entgegengesetzt der Einbahnstraße die Parkstraße zu befahren. Die Einbahnstraße ist bereits im Bestand für den Radverkehr in Gegenrichtung freigegeben.
In der Praxis kommt der Gebrauch dieses Angebots einer Mutprobe gleich, denn durch die geparkten Fahrzeuge auf beiden Seiten bleibt von der Fahrbahnbreite von 7,50 Meter nur noch eine Kernfahrbahnbreite von etwa 3,50 Meter übrig. Das könnte durchaus reichen, um Begegnungsverkehr von Auto und Rad zu ermöglichen – sofern es ausreichende Ausweichmöglichkeiten geben würde. Doch auch hier schränken die Parkplätze und nicht ordnungsgemäß abgestellte Fahrzeuge den Verkehrsraum weiter ein.
Das Radverkehrskonzept hat auf den Mangel hingewiesen, dass auf der Parkstraße als Bestandteil des städtischen Radverkehrsnetzes für den Radverkehr in Gegenrichtung der Einbahnstraße keine ausreichenden Ausweichmöglichkeiten bestehen. Dieser Hinweis ist dann im Parkraummanagementkonzept aufgenommen worden, in der der Entfall von Parkplätzen auf einer Straßenseite vorgeschlagen wurde.
Da die Parkstraße Bestandteil des städtischen Radwegenetzes ist und eine wichtige Radverbindung zu den Schulen, dem Krankenhaus sowie nach Diez ist, hierbei als alternatives Angebot zur Fahrt auf der Diezer Straße, sind die Belange des Radverkehrs besonders zu berücksichtigen. Eine Verbesserung der Verkehrssicherheit ist daher von großer Bedeutung, macht Hahn deutlich.
Mit der vorgesehenen Änderung wird eine neue Markierung in der Parkstraße erforderlich. Mit einem Schutzstreifen wird der Platz für den Radverkehr in Gegenrichtung abgetrennt (vergleichbar der Markierung in der Grabenstraße zwischen Graupfortstraße und Hospitalstraße). Zusätzlich wird ein Sicherheitstrennstreifen zu den verbleibenden Parkplätzen auf der Fahrbahn aufgebracht.
Für die Anwohner gibt es Ersatz durch Anwohnerparken auf dem Parkplatz der IHK, Johannes-Mechtel-Straße/Ecke Walderdorffstraße. Anwohner können dort frei und unbefristet Parken. Die neuen Parkmöglichkeiten gleichen den Wegfall von rund 18 Parkplätzen in der Parkstraße aus. In der Parkstraße selbst werden, auf Anregung eines Anwohners, zwei weitere Parkplätze auf der rechten Fahrbahnseite zur Verfügung gestellt. (Stadt Limburg)