Nach zweieinhalb Jahren Bauzeit ist der Anbau der kath. Kita St. Martin fertiggestellt. 35 zusätzliche Plätze, moderne Räume und eine neue Küche schaffen beste Voraussetzungen für Kinder und pädagogisches Team. Zum Erfolg wurde das Projekt auch durch das große Engagement aller Beteiligten.
„Die Mühen haben sich gelohnt“, befindet Stadtbürgermeisterin Melanie Leicher bei der Eröffnung des neuen Anbaus der Kita St. Martin. Nach zweieinhalb Jahren Bauzeit hat sie die neuen Räume zusammen mit Pfarrer Steffen Henrich feierlich eingeweiht. Auf den neuen 730 qm auf zwei Geschossen haben ab sofort 35 Kinder mehr Platz zum Spielen, Lernen, Lachen und gemeinsam Großwerden. Insgesamt kann die Kita nun 160 Kinder aufnehmen. Zehn davon sind Krippenplätze für Kinder unter zwei Jahren. Das gesamte Gebäude verfügt nun über eine 40-kW-Photovoltaikanlage, eine Wärmepumpe und eine Belüftungsanlage, die für ein angenehmes Raumklima sorgt. Auch neue Parkflächen sind entstanden. Stadt Montabaur ist Eigentümerin des Gebäudes, Trägerin der Einrichtung ist die Pfarrei St. Peter in Montabaur.
Gemeinsames Planen und Gestalten
Das Besondere an dieser Baumaßnahme war das unglaubliche Engagement der Beteiligten. Vor allem die beiden Kita-Leiterinnen Eva Schmidt und Ulrike Floreth haben dafür gesorgt, dass der Umbau, der im laufenden Betrieb stattfand, reibungslos verlief. „Wir mussten flexibel sein, Abläufe ändern und haben von unserem Team viel verlangt“, sagt Eva Schmidt. „Es ist toll, dass wir uns immer auf euch verlassen konnten“, lobt sie ihre rund 40 pädagogischen Fachkräfte, 9 Azubis und FSJler. Ab dem nächsten Frühjahr werden weitere hinzukommen, denn die benachbarte Kita Don Bosco wird geschlossen. Die jüngeren Kinder sowie einige der pädagogischen Fachkräfte wechseln in die Kita St. Martin.
Floreth und Schmidt nahmen an sämtlichen Baubesprechungen teil, um die bestmöglichen Arbeitsbedingungen für die Erzieher, aber auch für die Kinder gestalten zu können. Das war - vor allem aus zeitlichen Gründen - nicht selbstverständlich. Für die Handwerker wurden täglich Kaffee und Plätzchen bereitgestellt. Besonders heben die Leiterinnen die Offenheit von Architekt Konstantin Hartenstein hervor. „Unsere Ideen durften immer mit einfließen“, erinnert sich Ulrike Floreth. „Und wenn einmal etwas nicht ging, hat er uns wenigstens erklärt, warum.“
Holzrahmenbau mit nachhaltigem Konzept
Nicht nur wegen der Plätzchen ist Architekt Konstantin Hartenstein traurig, dass das Projekt nun zu Ende geht. „Das war meine Lieblingsbaustelle“, sagt er. Dabei dankt er nicht nur der guten Zusammenarbeit mit den Kita-Leiterinnen, sondern auch der Stadt, die sich offen für neue Bauweisen zeigt. „Das Untergeschoss ist selbstverständlich massiv gebaut, aber der Aufbau ist ein Holzrahmenbau, was sehr viel ökologischer ist.“ So wurden rund 60 Kubikmeter Holz verbaut. Das entspricht etwa zehn Kilometern, wenn man die Baumstämme aneinanderlegen würde. „Das Beste daran ist, dass die Menge an verbautem Holz bereits in der Zeit, in der wir hier die Einweihung feiern, schon wieder nachgewachsen ist.“
Eine Baustelle als Arbeitsplatz
Kita-Koordinatorin (Trägerbeauftragte) Katharina Klein beschreibt die besonderen Herausforderungen: „Man kann sich nicht gut vorstellen, wie es ist, wenn der Arbeitsplatz eine Baustelle ist. Viel Lärm, Abstimmungsbedarf und ständig fragt jemand etwas.“ Aber die Qualität der Arbeit sei durchweg hoch geblieben. „Die Kinder haben sich wohlgefühlt und das verdient unseren größten Respekt. Wir segnen heute nicht nur die Räume, sondern auch die Menschen. Denn was nützt das tollste Gebäude, wenn das Team nicht funktioniert.“ Und sie betont: „Gute Baufirmen findet man heute nicht mehr so oft.“
Auch der Altbau hat von dem Umbau profitiert. So gibt es mehr Platz, neue Neben- und Schlafräume, eine Hängeschaukel und eine Rutsche, die Pfarrer Henrich schon vor der Einweihung getestet und für belastbar befunden hat. Er segnete den Anbau und wünschte den Kindern einen Ort des fröhlichen Spielens und Lernens.
Frisch gekocht für 160 Kinder
Kernstück des Anbaus ist eine neue große Küche sowie ein Essensraum, in dem alle Kinder ein warmes Mittagessen bekommen. Darüber freut sich auch das Küchenteam. „Wir haben mehr Platz und damit mehr Möglichkeiten, gesundes und nahrhaftes Essen für die Kinder zuzubereiten.“ So gibt es einmal in der Woche Fleisch, einmal Fisch und natürlich auch vegetarische Tage. Vor allem Obst und Gemüse werden vom Koch selbst frisch eingekauft und zeitnah zubereitet. Die Else-Schütz-Stiftung hat der Kita darüber hinaus eine Mitmach-Küche für die Kinder, ein Bewegungsland und Wassersysteme gestiftet, sodass niemand mehr schwere Flaschen tragen muss.
4,2 Millionen Euro für die neue Kita
Der Kostenrahmen für das gesamte Bauprojekt liegt bei 4,2 Mio. Euro, Darin enthalten sind 200.000 Euro für die Parkplätze inkl. Zuwegung und Beleuchtung. Weiterhin liegen Förderzusagen in Höhe von 765.000 Euro seitens des Landes, 1.134.848 Euro seitens des Westerwaldkreises sowie 402.000 Euro seitens Bistum Limburg vor. Der Beitrag der Else-Schütz-Stiftung liegt bei 42.000 Euro.
„Gute Betreuungseinrichtungen für Kinder zu haben, ist wichtig für die Stadt“, befindet Leicher zum Abschluss. Und Pfarrer Henrich ergänzt: „In der kath. Kita St. Martin sind dafür nun beste Voraussetzungen geschaffen: Mit einem engagierten Team und einem modernen Gebäude, das den Anforderungen der Zukunft gerecht wird.“ (VG Montabaur)