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Nach umfangreicher Sanierung wurde die Dorfgemeinschaftshalle in Montabaur-Elgendorf feierlich eingeweiht. Trotz unerwarteter Schwierigkeiten und deutlich gestiegener Kosten ist ein modernisiertes Gebäude entstanden, das dem Stadtteil künftig wieder Raum für Begegnungen, Vereinsleben und gemeinsame Aktivitäten bieten soll.

„Heute ist ein besonderer Tag“, eröffnet Stadtbürgermeisterin Melanie Leicher ihre Rede zur Einweihung der Dorfgemeinschaftshalle Elgendorf. „Wir stehen in einem Haus, das künftig wieder das sein soll, was sein Name verspricht: Ein Haus für die Dorfgemeinschaft.“

Es lief nicht immer alles glatt während der Bauzeit. Im Oktober 2023 wurde das 1968 noch mit hohen Eigenleistungen der Bürger gebaute Dorfgemeinschaftshaus komplett entkernt. Doch schon bald traten unerwartet Schwierigkeiten auf: Die Fundamente einer alten Treppe vor dem Haupteingang mussten aufwendig entfernt werden und eine Hauptgasleitung verlief anders als in den offiziellen Dokumenten eingezeichnet. Eine Firma schied aus dem Projekt aus. „Teilweise war ich soweit, mir hier eine Wohnung zu mieten, damit ich schneller vor Ort bin“, gibt Architekt Volker Simon zu.

Zeit für frischen Wind

„Aber heute sollten wir über das sprechen, was funktioniert hat“, findet Leicher. Und das sei eine ganze Menge. Das Gebäude wurde grundlegend modernisiert. So wurde ein neuer Küchen- und Foyerbereich geschaffen und ein Aufzug installiert. Das Untergeschoss wurde nach dem Auszug der Feuerwehr mit neuen Vereinsräumen ausgestattet und die Gebäudehülle energetisch saniert. Zudem verfügt die Halle nun über eine mechanische Be- und Entlüftungsanlage mit einer Leistung von 10.000 Kubikmeter Luft pro Stunde. „Es wurde Zeit für frischen Wind“, schmunzelt Leicher. Zwei Wärmepumpen à 15 Kilowatt und eine Gasbrennwerttherme arbeiten im Hybridbetrieb. Damit ist im Sommer auch eine Kühlung der Halle möglich. Bis zu 440 Personen können hier in Zukunft feiern, Sport treiben und sich begegnen. „Denn ein Dorfgemeinschaftshaus ist erst dann fertig, wenn hier Menschen zusammenkommen.“

4.000 Euro pro Einwohner von Elgendorf

5 Millionen Euro hat das Projekt am Ende gekostet und damit den ursprünglich geplanten Kostenrahmen deutlich überschritten. „Das sind umgerechnet 4.000 Euro pro Einwohner von Elgendorf“, rechnet Leicher vor. Auch das gehöre zur Wahrheit dieses Bauprojektes. Ursächlich waren vor allem die unerwarteten Probleme während der Bauphase und das Ausscheiden einer der beteiligten Firmen. „Diese Kündigung führte dazu, dass vier weitere Gewerke nicht wie geplant weiterarbeiten konnten“, erläutert Architekt Simon. Der Rechtsstreit hierfür ist noch anhängig.

Ein Blick zurück - und nach vorn

Zur Eröffnung zeigte Simon eine Diashow mit Fotos vom Baubeginn, den „Überraschungen“ während der Bauphase und schließlich der Fertigstellung des nunmehr komplett modernisierten Gebäudes. Zum Abschluss möchte er gemeinsam mit seinem Team einen Drei-Säulen-Amberbaum pflanzen. Diese stehen symbolisch für das Vertrauen, das die Stadt und die Ortsgemeinde in das Projekt gesetzt haben, sowie für die Planung und die Ausführung, durch die das Vorhaben trotz aller Widrigkeiten zu einem guten Abschluss gebracht werden konnte.

Damit das Haus lange ein Zuhause bleibt

Zum Abschluss wünscht Leicher sich, dass die Bürger Verantwortung für das Gebäude übernehmen. „Ich wünsche mir, dass das Haus in dreißig Jahren noch genauso gepflegt aussieht wie heute, dass die Türen funktionieren, die Wände sauber sind, die Technik ordentlich behandelt wird und man sieht, dass die Menschen die Investition hier zu schätzen wissen.“ (VG Montabaur) 

Kategorie: Bunte Meldungen
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