Was für ein Kampf, was für eine Belohnung: Mit unbändigem Willen und starker Moral hat der TTC Zugbrücke Grenzau das Auswärtsspiel beim Post SV Mühlhausen mit 3:2 gewonnen. Gleich zwei Mal lagen die Westerwälder zurück, obendrein sprachen die Umstände wirklich nicht für den TTC - und doch durfte Grenzau am Ende vor zahlreichen mitgereisten Fans in Thüringen den wichtigen Sieg bejubeln. Gleichzeitig verließ der TTC mit diesem Erfolg den letzten Tabellenplatz und meldete sich im Kampf gegen den Abstieg zurück.
Schon im ersten Einzel des Tages hatte Grenzau eine Chance auf die Führung: Maciej Kubik bot Kay Stumper über fünf Sätze einen großen Kampf, auch wenn er sich am Ende knapp mit 8:11, 11:6, 11:8, 9:11 und 11:9 geschlagen geben. Aber das Spiel war schon mal ein erster Fingerzeig, dass in Mühlhausen etwas gehen könnte.
Umso wichtiger, dass im zweiten Einzel Feng Yi-Hsin gegen einen phasenweise furios aufspielenden Ovidio Ionescu die Nerven behielt. Feng war morgens um 8 Uhr in Frankfurt gelandet - er hatte zuvor international in Indien gespielt. Der Taiwanese machte sich direkt auf den Weg nach Mühlhausen, um sich in den Dienst der Mannschaft zustellen. Nach dem dritten Satz aber schien das Spiel gegen ihn zu laufen: Ionescu lag mit 11:9, 8:11 und 11:1 (!) in Führung - das Momentum war weg. Die Reaktion von Feng? 11:6 und 11:4, Einzelsieg, Ausgleich für den TTC. Was ein Kraftakt, auch wenn Grenzaus Spitzenspieler verständlicherweise zu kämpfen hatte.
Das Duell der beiden Dreier wurde zur einzigen Drei-Satz-Partie des Tages: Marcos Freitas setzte sich gegen Martin Allegro mit 12:10, 11:9 und 11:6 durch. Allerdings: Allegro präsentierte sich in guter Form. Das sollte für ein mögliches Doppel noch wichtig werden.
Doch vorher musste Feng erst einmal gegen Stumper zum zweiten Mal den Ausgleich einfahren. Doch es lief wieder nicht wie erhofft: Stumper gewann die ersten beiden Sätze mit 11:6 und 11:9, bei Feng fehlten aufgrund der hohen Belastung spürbar die Körner. Nicht aber der Wille und die Moral. Mit 11:6, 11:8 und 11:8 holte der Taiwanese tatsächlich noch den viel umjubelten Ausgleich. Umjubelt vom Grenzauer Team und Anhang, bei Feng fehlten für große Jubelposen schlichtweg die Kraft.
Hinein also ins finale Doppel. Und hier sollten Kubik und Allegro den positiven Eindruck aus den Einzeln bestätigen. Zwar ging gegen Marcos Freitas und Ovidiu Ionescu der erste Satz verloren (7:11), danach aber war das Grenzauer Doppel nicht mehr zu stoppen. Mit 11:5, 11:9 und 11:7 machte der TTC den wichtigen Auswärtssieg perfekt.
„Hurra, wir leben noch“, sagte TTC-Manager Markus Ströher. „Der Tischtennis-Gott hatte wohl ein einsehen mit uns. Das war ein Spiel wie der gesamte Saisonverlauf, mit vielen Stimmungswechseln. Wir haben erneut einige Big Points nicht gemacht. Aber alle haben alles gegeben. Feng hat so hart gekämpft. Das Schlussdoppel war einfach sensationell. Martin war mit seiner Sicherheit im Doppel unser Matchwinner. Ich bin sehr glücklich.“
Post SV Mühlhausen - TTC Zugbrücke Grenzau 2:3
Kay Stumper - Maciej Kubik 8:11, 11:6, 11:8, 9:11, 11:9; Ovidiu Ionescu - Feng Yi-Hsin 11:9, 8:11, 11:1, 6:11, 4:11; Marcos Freitas - Martin Allegro 12:10, 11:9, 11:6; Kay Stumper - Feng Yi-Hsin 11:6, 11:9, 6:11, 8:11, 8:11; Ionescu / Freitas - Kubik / Allegro 11:7, 5:11, 9:11, 7:11.
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