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Baustellenzeit in der Westerwaldstraße geht zu Ende
Mit der Westerwaldstraße steht ab Freitag, 8. Mai, eine wichtige innerstädtische Verbindung offiziell wieder zur Verfügung. Eine fast dreijährige Bauzeit für den Abschnitt von der Lichfield-Brücke bis zur Einmündung auf die B8 geht zu Ende. Die Straße präsentiert sich nach der grundhaften Sanierung mit Platz für Radler, 32 jungen Bäumen, 18 Stellplätzen an die Fahrbahnrändern und natürlich mit einem Bürgersteig ohne Stolperfallen sowie einer Fahrbahn ohne Schlaglöcher.



Rund sechs Millionen betragen die Baukosten der Stadt für Straßen- und Kanalbau. Weitere 1,5 Millionen Euro investierte die EVL in die Versorgungssicherheit mit neuen Leitungen für Trinkwasser, Strom und Gas. Die zunächst kalkulierten Kosten für die Stadt lagen bei 5,13 Millionen Euro. Die Mehrkosten entstanden unter anderem durch den Ausbau und die anschließende Entsorgung von belastetem Material. Hierbei handelte es sich um mit Teer behaftetes Natursteinpflaster, das als Sondermüll zu entsorgen war.

Überraschungen beim Bau
„Die Arbeiten zogen sich auch zeitlich in die Länge und haben damit die Anlieger auf eine harte Probe gestellt. Das ist bei solchen komplexen Komplettsanierungen zwar fast normal, dennoch gilt es, die Mitarbeitenden der ausführenden Firma Weil zu loben, die sich mit unserem Tiefbau-Team immer wieder darum bemüht haben, dass gerade die Gewerbebetriebe mit Fahrzeugen erreichbar blieben. Letztlich war die Maßnahme zwingend notwendig, damit die Anlieger auch in den kommenden Jahrzehnten ein Grundstück mit moderner und funktionierender Infrastruktur haben“, macht der 1. Stadtrat Michael Stanke deutlich. Die Baustelle Westerwaldstraße habe wieder einmal deutlich vor Augen geführt, dass solche Arbeiten immer wieder mit Überraschungen verbunden sind. Das zeigte sich nicht nur bei den Pflastersteinen mit Teeranhaftungen, sondern auch beim Kanalanschluss des Offheimer Wegs und weiteren.

Fehlerhaft im Plan aufgeführte Leitungen oder sogar nicht erfasste Leitungen, belastetes Material, das kommt im Arbeitsalltag von Marcus Just, Abteilungsleiter Straßenbau, und seiner Kollegin Sabina Schmidt, Abteilungsleiterin Kanalbau im Tiefbauamt der Stadt, immer wieder vor und erfordert auf der Baustelle dann Änderungen im Ablauf und Anpassungen. „Das Team der ausführenden Firma hat immer wieder sehr kooperativ und lösungsorientiert reagiert und dabei auch stets versucht, Anlieger und Gewerbebetriebe bei der Erreichbarkeit ihrer Grundstücke zu unterstützen“, fasst Just das Geschehen zusammen.

Zunächst war die grundhafte Erneuerung der Straße, das beinhaltet neue Ver- und Entsorgungsleitungen, neue Straßenbeleuchtung sowie einen komplett neuen Aufbau der Straße mit Bürgersteig, in sechs Bauabschnitten geplant. Vorgesehen war der Abschluss der Arbeiten bereits Ende Oktober vergangenen Jahres. Allerdings sorgten der Ausbau und die Entsorgung des teerhaltigen Materials schon recht früh für eine erste Verlängerung. Hinzu kamen wetterbedingte Verzögerungen durch den vielen Regen im Herbst/Winter 2023 sowie die Frostphasen in 2023/24 und 2025/26.

Sanierung in Abschnitten
Das Ergebnis, davon ist der 1. Stadtrat überzeugt, kann sich sehen lassen. Die Verkehrsflächen sind neu verteilt und auch für die Bäume gibt es nun deutlich bessere Bedingungen als für die Platanen, die beseitigt werden mussten. Die Wurzeln der Bäume waren um Versorgungsleitungen herum gewachsen und sorgten damit für eine Gefährdung. Für die 32 neuen Bäume wurden im Untergrund Gitterboxen angelegt, die mit Substrat gefüllt wurden und langfristig gute Standortbedingungen garantieren sollen.

„Eine grundhafte Sanierung von solch wichtigen innerstädtischen Verbindungen ist immer eine Herausforderung. Aber sie muss gemacht werden, da es völlig normal ist, dass nach Jahrzehnten vor allem der Kanal nicht mehr funktionstüchtig ist und erneuert werden muss. Am Anfang steht dabei die Entscheidung, wird die komplette Straße zur Baustelle oder gehen wir in Abschnitten vor“, umreißt der 1. Stadtrat seine Grundsatzentscheidung. Aufgrund der dichten Bebauung und den zahlreichen Anliegern sowie der Gewerbebetriebe gab es eine Sanierung in Abschnitten. „Es ist nicht zumutbar, Anlieger und Gewerbebetriebe über zwei Jahre nicht mit dem Auto ans Haus fahren zu lassen“, so Stanke. Auch wenn es zu Verzögerungen kam und einzelne Bauabschnitte auch abwechselnd oder zusammen ausgeführt wurden, habe sich die abschnittsweise Sanierung doch bewährt.

Auf Zuschuss gewartet
Der 650 Meter lange neue Abschnitt weist nun sichtbar eine 7,5 Meter breite Fahrbahn auf. Gehwege auf beiden Seiten der Straße sowie einen Schutzstreifen für den Radverkehr und nicht zuletzt barrierefreie Bushaltestellen und Straßenquerungen runden das Bild ab. Nicht sichtbar sind der 900 Meter neue Abwasserkanal mit 36 Schachtbauwerken und 65 Hausanschlüssen, 620 Meter neue Gasrohrleitung mit 47 Netzanschlüssen sowie 670 Meter Trinkwasserleitung mit 47 Hausanschlüssen sowie die Leerrohre für Glasfaser.

Zunächst sollte die grundhafte Sanierung des Abschnitts zwischen Lichfield-Brücke und Einmündung auf die B8 möglichst zügig auf die Sanierung des ersten Teils zwischen alter Lahnbrücke und Lichfield-Brücke folgen. Diese wurde im Sommer 2020 nach über einjähriger Bauzeit abgeschlossen. Eine Verzögerung ergab sich, da die Stadt auf einen Bewilligungsbescheid aus dem Verkehrsministerium wartete, der dann im November 2022 über eine Höhe von 1,15 Millionen Euro einging. Erst danach konnte die Ausschreibung für die Arbeiten beginnen. Insgesamt sind in die Sanierung der kompletten Westerwaldstraße deutlich über zehn Millionen Euro geflossen – die mit Abstand größte Investitionsmaßnahme des Tiefbauamts in den vergangenen Jahren.

Offheimer Weg wird gesperrt
Die Öffnung der Westerwaldstraße auf kompletter Länge ist zugleich ein Signal für neue Arbeiten im Offheimer Weg. Dort wird die EVL umgehend die Versorgungsleitungen auf dem Abschnitt zwischen der Einmündung auf die Westerwaldstraße und dem Abzweig in den Akazienweg erneuern. Der entsprechende Straßenabschnitt wird daher ab Montag, 11. Mai, gesperrt. Die Arbeiten sollen nach vier Wochen beendet werden.

Der Offheimer Weg steht damit als Durchgangsstraße nicht zur Verfügung. Die Zufahrt in das Wohngebiet mit Akazienweg, Frauenwiesweg, Fliederweg, Birkenallee, Lindenweg und Kraicherhohl führt über die B8. (Stadt Limburg) 

Kategorie: Verkehrsmeldungen
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