B Itunes B Mediaplayer B phonostar Logo radioDE

RADIO WESTERWALD LIVESTREAM : ON AIR
🎙️  ➤ Player in eigenem Fenster öffnen

Krankenhausmindestmengen sind ein zentrales Instrument, um die Behandlungsqualität und Patientensicherheit in deutschen Kliniken zu stärken. Besonders deutlich zeigt sich die Wirkung dieser Regelungen auch in Rheinland-Pfalz und im Saarland: Die aktuelle AOK-Mindestmengen-Transparenzkarte 2026 belegt, dass sich komplexe Eingriffe zunehmend auf routinierte Krankenhäuser konzentrieren.

Hintergrund dieser Entwicklung ist die erneute Anhebung der vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) festgelegten Mindestmengen. Auch in Rheinland-Pfalz und im Saarland dürfen nur jene Kliniken bestimmte Eingriffe durchführen, die die geforderten Fallzahlen realistisch erreichen können. Dadurch wird sichergestellt, dass Patientinnen und Patienten von einer hohen Routine und Expertise der behandelnden Teams profitieren.



Ein Beispiel liefert die Implantation von Kniegelenk-Totalendoprothesen: Während in diesem Jahr noch 51 Standorte in Rheinland-Pfalz und 12 im Saarland an der Versorgung beteiligt sind, wird sich die Zahl der operierenden Einrichtungen bis 2026 auf 46 (und weiterhin 12) reduzieren. Diese Konzentration der Eingriffe an spezialisierten Standorten trägt maßgeblich zur weiteren Qualitätssteigerung in der medizinischen Versorgung bei.

14 Kliniken dürfen 2026 Herztransplantationen durchführen
Die Mindestmengen-Transparenzkarte verzeichnet 2026 auch eine zusätzliche Indikation, zu der der Gemeinsame Bundesausschuss bereits 2023 eine neue Mindestmengen-Regelung beschlossen hat: Für Herztransplantationen gilt ab 2026 eine jährliche Mindestmenge von 10 Eingriffen pro Krankenhausstandort. Die aktuelle Karte enthält für die Region Rheinland-Pfalz/Saarland derzeit keine Klinik-Standorte, die diese Vorgabe erfüllen.

Kooperationen und Austausch als positive Folge der Mindestmengenregelung
„Wir sehen, dass die Mindestmengenregelungen nicht nur zur Qualitätssteigerung führen, sondern auch den Austausch zwischen den Leistungserbringern fördern“, sagt Dr. Martina Niemeyer, Vorstandsvorsitzende der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland – Die Gesundheitskasse. „Kliniken gehen verstärkt in den Dialog, auch untereinander, bilden Kooperationen und Netzwerke - insbesondere auch sektorenübergreifend wie beispielsweise mit spezialisierten Zentren. Das ist aus unserer Sicht eine sehr positive und zukunftsgerichtete Entwicklung.“

Ein weiterer Grund für die rückläufige Zahl an Standorten in Rheinland-Pfalz und im Saarland liegt auch in den jüngsten Krankenhausfusionen bzw. -übernahmen. Hierdurch können medizinische Strukturen gebündelt und zusätzlich eine bessere Auslastung erreicht werden. Diese Konzentrationsprozesse tragen dazu bei, dass weniger Kliniken die geforderten Mindestmengen eigenständig erbringen, zugleich aber die Behandlungsqualität insgesamt steigt.

AOK sieht positive Perspektive für die Versorgungsqualität
„Mindestmengen schaffen Qualität und sie fördern zugleich den notwendigen Dialog zwischen den Akteuren im Gesundheitswesen“, betont Niemeyer. „Wir begrüßen, dass sich die Krankenhäuser in Rheinland-Pfalz und dem Saarland zunehmend vernetzen. Dies stärkt die Versorgung in der Fläche und bietet Patientinnen und Patienten mehr Sicherheit.“


Zur Mindestmengen-Transparenzkarte 2026: www.aok.de/pp/mindestmengen (AOK RLP Saar)