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Mit dem 1. Mai startet seit vielen Jahren im Limburger Parkbad die Freibadsaison. In diesem Jahr wird sich die Eröffnung auf Mitte Mai verschieben. Im Rahmen der vorbereitenden Arbeiten für die Saison sind Schäden an der Beckenfolie aufgetreten, deren Beseitigung deutlich mehr Zeit und Aufwand erfordern, als dies vorherzusehen war. Mit der neuen Saison wird es im Parkbad zum ersten Mal auch einen privaten Betreiber geben.



„Wir versuchen mit viel Aufwand, die Saison im Parkbad in diesem Jahr noch einmal zu ermöglichen. Klar ist aufgrund der nun aufgetretenen Schäden, dass nach der Schließung im September an einer umfangreichen Sanierung des Bades kein Weg mehr vorbeiführt und zumindest das Bad dann für zwei, drei Jahre nicht zur Verfügung steht“, macht der 1. Stadtrat Michael Stanke deutlich.

Aktuell ist ein Team der Firma Global Service aus Elz damit beschäftigt, die undichte Beckenfolie zu reparieren. Das geht nur sehr langsam, denn die Folie des Bades ist alt und muss an verschiedenen Stellen aufgeschnitten und mit neuem Material ergänzt werden. Alles zusammen muss verklebt werden und soll dann geschützt durch ein Flies sicher auf dem Beton des Beckenbodens aufliegen. Die Arbeiten erfordern eine trockene Folie und trockenes Umfeld. Große Temperaturunterschiede verzögern die Arbeiten zusätzlich. Konkret bedeutet dies, dass die aktuell teilweise sehr kalten Nächte die ohnehin schwierigen Arbeiten verzögern.

„Gerade in den letzten Tagen mit großen Temperaturunterschieden sowie mit Regen am vergangenen Wochenende mussten wir feststellen, dass sich die Folienreparatur nicht so zügig umsetzen lässt, wie wir uns das gewünscht haben. Es ist deshalb notwendig, den Start in die Freibadsaison zu verschieben“, so der 1. Stadtrat.

Dass in dem Bad eine große Sanierung ansteht, ist kein Geheimnis. Die Stadtverordnetenversammlung hat daher in ihrer letzten Sitzung der abgelaufenen Wahlperiode aufgrund eines Vorschlags des Magistrats beschlossen, die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen mit einer Projektskizze für ein Sanierungskonzept zu beauftragen. Ziel ist es, darüber in ein Förderprogramm des Bundes aufgenommen zu werden.

Schäden an der Folie sind seit Jahren ein Begleiter der Frühjahrsüberholung, sagt Andreas Graf, Fachangestellter für Bäderbetriebe in der Stadtverwaltung. Diese Schäden waren bisher jedoch sehr begrenzt. Das ist nun anders – die Folie ist über eine Länge von über 30 Metern schadhaft. Und diese Schäden befinden sich auch noch im Sprungbecken.

Das ist der tiefste Punkt im Schwimmbad und dort wird das Wasser zuletzt abgelassen. Die Frühjahrsüberholung und -reinigung beginnt in den flacheren Becken, das dort anfallende Schmutzwasser sammelt sich auch im Springerbecken. Dort wird das Wasser dann erst komplett abgelassen, wenn die Reinigung im übrigen Becken abgeschlossen ist.

Erst als das Wasser komplett abgelaufen war, zeigte sich an mehreren Stellen, dass sich die Folie, die das Becken abdichtet, an vielen Stellen vom Beton des Beckens abhebt und verzogen hatte. Ein Befüllen des Beckens wurde damit unmöglich, denn unter dem Wasserdruck wäre die Folie sofort gerissen. Um die Saison zu ermöglichen und das Becken abzudichten, gibt es nach Einschätzung der Fachabteilung nur die Möglichkeit, die alte Folie aufzutrennen, mit neuer Folie zu ergänzen, alles zu verkleben und spannungsfrei auf dem Beckenboden abzulegen.

Dazu musste zunächst einmal ein Unternehmen gefunden werden. Und es gibt keine Gewähr dafür, dass die Folie anschließend hält, jedoch eine große Wahrscheinlichkeit. „Es ist ein Versuch, darüber sind wir uns im Klaren. Ein Versuch, der auch mit Mehrkosten verbunden ist“, räumt der 1. Stadtrat ein. Aufgrund des nun aufgetretenen Schadensbildes hält er es jedoch für unausweichlich, nach Abschluss der Saison umgehend mit den Vorbereitungen für eine Sanierung zu beginnen. Dazu gehört auch, sich den Betonboden im Becken bezüglich möglicher Schäden anzuschauen. Und das geht nur, wenn die Folie entfernt ist.

Die neue Saison im Parkbad läuft mit einem privaten Betreiber. Die europaweite Ausschreibung und Vergabe verliefen teilweise parallel zu den Arbeiten der Frühjahrsüberholung im Parkbad. Die aufgetretenen Schäden an der Folie waren während der Ausschreibung noch nicht absehbar. Eine zügige Vergabe an einen der drei Bewerber war aufgrund des engen Zeitkorridors bis zur Eröffnung nahezu zwangsläufig, um dem Unternehmen, das den Zuschlag erhalten hat, auch die Möglichkeit der Personalgewinnung zu geben.

Die Stadt Limburg folgt dabei einem Trend, der in vielen umliegenden Badebetrieben schon lange zu beobachten ist: Der Badebetrieb wird an Private vergeben. Die Stadt hatte in den vergangenen Jahren immer wieder Schwierigkeiten, die Aufsichtsdienste während des Badebetriebs zu gewährleisten, teilweise gab es verkürzte Öffnungszeiten, auch wurden private Dienstleister hinzugezogen.

Die Vergabe in Limburg betrifft nur eine Saison, die, wenn das Becken dicht bleibt, am 13. September endet. Dem Haupt- und Finanzausschuss wird dann bis zum Ende des Jahres von der Verwaltung ein Bericht vorgelegt. Nach einer entsprechenden Auswertung will der Ausschuss eine Entscheidung darüber treffen, ob eine Vergabe an private Betreiber auch künftig in Betracht kommt. Der aktuelle Auftrag umfasst ein Volumen in Höhe von 270.000 Euro. (Stadt Limburg)