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Fertig! Nach nur acht Monaten sind nahezu alle rund 7.500 Straßenlaternen in der Verbandsgemeinde (VG) Montabaur mit energiesparenden LED-Leuchten ausgestattet. Wenige Restarbeiten stehen noch aus. Damit geht ein Großprojekt zu Ende, das deutschlandweit seinesgleichen sucht, denn eine solche Umrüstungsaktion – flächendeckend, in einem Rutsch und noch dazu im ländlichen Raum – gab es so bislang noch nicht. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt der VG mit ihren Mitgliedsgemeinden, das gleich doppelt spart: Die LEDs brauchen 50% weniger Strom als herkömmliche Leuchtmittel, was die kommunalen Haushalte entlastet, und mit dem Strom werden auch 50% der klimaschädlichen CO2-Emmissionen eingespart. Weitere Einsparungen werden durch die intelligente Steuerung erreicht.

Die letzten Straßenlaternen wurden im alten Dorfkern von Oberelbert ausgetauscht. Ortsbürgermeister Sebastian Stendebach legte selbst Hand an, um vom Steiger aus den Leuchtenkopf auf dem Mast neben der Kirche zu installieren. Wie Oberelbert hatten sich viele Ortsgemeinden in der VG Montabaur für ein dekoratives oder historisches Design entschieden, um das Ambiente im Dorfkern nicht durch Straßenlampen im nüchternen Industriedesign zu stören. Diese so genannten technischen Leuchten machten mit rund 6.300 Stück jedoch den Großteil der Umrüstaktion aus, hinzu kommen einige Spezialleuchten in der Stadt Montabaur. Im Rahmen der Umrüstung wurden etwa 200 Seilleuchten abgehängt oder außer Betrieb genommen und durch neue Mastleuchten ersetzt. Zum Vergleich: Bislang gab es VG-weit 21 verschiedene Leuchtentypen und ebenso viele unterschiedliche Leuchtmittel. „Jetzt ist das alles einheitlich, was die Wartung und die Ersatzbeschaffung erheblich vereinfacht“, berichtet Kay Bröhl, der zusammen mit Rafael Platzek vom Team Straßenbeleuchtung bei der VG das Projekt koordiniert hat.

Vereinfachung ist auch das Stichwort für die adaptive Steuerung, mit der die neuen Leuchten ausgestattet sind. Darüber kommunizieren sie untereinander und mit der Zentrale in der Verwaltung. Von hier aus kann jede Leuchte einzeln angesteuert werden. „Früher gab es nur Licht an – Licht aus in weiten Teilen der VG. Jetzt reagieren die Leuchten auf Helligkeit, auf Verkehr und können gedimmt werden“, erklären die beiden Projektleiter. Die Leuchten schalten sich je nach Jahreszeit zu unterschiedlichen Zeiten abends ein und können auch tagsüber mal angehen, wenn es besonders düster ist. Dafür sorgen die Helligkeitssensoren. Nachts zwischen 22.00 und 5.00 Uhr wird die Lichtstärke automatisch gedimmt. Wenn jemand vorbeigeht oder –fährt, fahren die Leuchten in Sekundenschnelle auf normale Lichtstärke hoch. Wenn sich zehn Minuten lang nichts mehr bewegt, dimmen sie sich wieder runter. „Um so genannte Lauflichter zu vermeiden, haben wir Leuchtgruppen gebildet, also Leuchten zusammengefasst, die immer zusammen heller oder dunkler werden. Um die Gruppen zu bilden, haben wir uns die Situation vor Ort angesehen und die Verkehrsbewegungen berücksichtigt. Straße für Straße und Kreuzung für Kreuzung. Das war viel Detailarbeit, sorgt am Ende aber für eine bedarfsgerechte Beleuchtung in unseren Straßen. “, so Bröhl und Platzek. Allerdings räumen sie ein, „kann es sein, dass wir im Winter nochmal nachsteuern müssen, wenn die langen dunklen Tage kommen.“ Beide betonen, dass die neuen Straßenlampen keine Kameras enthalten, sondern nur verschiedene Sensoren. Mit den neuen Leuchten wird die Lichtverschmutzung deutlich reduziert, weil sie nur nach unten strahlen und nur einen definierten Bereich ausleuchten. Außerdem wird eine insektenfreundliche, warmweiße Lichtfarbe verwendet.

Straßenbeleuchtung ist eigentlich die Aufgabe der Ortsgemeinden. Die 24 Ortsgemeinden und die Stadt Montabaur haben sich zusammengeschlossen und die VG mit der Umsetzung des Projektes beauftragt. „Nur so konnten wir das Projekt in diesem Umfang umsetzen“, berichtet Bürgermeister Ulrich Richter-Hopprich. Ausschlaggebend war, dass drei Förderprogramme miteinander kombiniert werden konnten. „Die Kosten liegen bei insgesamt rund 4 Mio. Euro, davon werden 3,45 Mio. Euro über Fördermittel von Bund und Land finanziert. So bleibt ein Restbetrag von 550.000 Euro, den wir aus dem VG-Haushalt bezahlen.“ Dafür sparen die Mitgliedsgemeinden mindestens 50% ihrer Stromkosten für die Straßenbeleuchtung, der mit Abstand größte Posten auf deren Stromrechnung. Bislang haben alle 7.500 Straßenleuchten zusammen rund 1,6 Mio. Kilowattstunden pro Jahr verbraucht. Allein durch die Umrüstung auf die sparsamen LEDs werden 50% eingespart, weitere Einsparungen werden durch die intelligente Steuerung erwartet. Das Projekt wurde von der Firma Siteco umgesetzt, die seit Oktober mit vier Bautrupps im VG-Gebiet unterwegs war.

Ein Dankeschön schließt Bürgermeister Richter-Hopprich noch an: „Viele Laternenmasten waren mit Pflanzen zugewachsen, sodass wir nicht an die Klappe drankamen. Nach unseren Aufrufen haben die Anlieger die Laternenmasten auf oder neben ihren Grundstücken freigeschnitten. Das war große Klasse und hat uns viel Aufwand gespart. Herzlichen Dank an alle, die mitgemacht haben.“ (VG Montabaur)