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Steigende Hebesätze gefährden Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen im Rhein-Lahn-Kreis und Westerwaldkreis
Montabaur, 9. Oktober 2026. Die Regionalgeschäftsstelle Westerwaldkreis und Rhein-Lahn-Kreis der Industrie- und Handelskammer (IHK) Koblenz warnt vor den wirtschaftlichen Folgen weiter steigender Gewerbesteuerhebesätze. In einem Schreiben, dass den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern der Verbandsgemeinden und verbandsfreien Städte im Rhein-Lahn-Kreis und Westerwaldkreis in diesen Tagen zugeht, appelliert die IHK, die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaftsstandorte bei künftigen Steuerentscheidungen stärker in den Blick zu nehmen.
Die Unternehmen der Region stünden derzeit unter erheblichem Druck. Die schwache Konjunktur, hohe Energie- und Arbeitskosten sowie zunehmende bürokratische Anforderungen belasteten die Betriebe bereits in erheblichem Maße. Vor diesem Hintergrund gewinne die kommunale Steuerbelastung zunehmend an Bedeutung, so die IHK.


„Unsere Unternehmen kämpfen derzeit gleichzeitig an mehreren Fronten. Jede zusätzliche Belastung schmälert die Spielräume für Investitionen, Innovationen und die Schaffung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen“, betont Jens Geimer, Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Koblenz.
Nach Angaben der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) werden steigende Gewerbesteuerhebesätze von Unternehmen zunehmend als kritischer Standortfaktor wahrgenommen. Die DIHK bezeichnet diese Entwicklung als „stille Standortbremse“, da sie Investitionen und Wachstum beeinträchtigen kann.
Laura Heuchemer, Vorsitzende des Regionalbeirats Rhein-Lahn-Kreis und Westerwaldkreis der Industrie- und Handelskammer (IHK) Koblenz, erklärt: „Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten brauchen Unternehmen Verlässlichkeit. Kommunen und Wirtschaft sitzen letztlich in einem Boot. Ein attraktiver Standort stärkt langfristig auch die kommunalen Finanzen.“

Die IHK zeigt Verständnis für die angespannte Haushaltslage vieler Städte und Gemeinden. Zugleich mahnt sie an, die Gewerbesteuer nicht als vorrangiges Instrument zur Haushaltskonsolidierung einzusetzen.
„Kurzfristige Mehreinnahmen dürfen nicht zulasten der Zukunftsfähigkeit unserer Standorte gehen“, sagt Richard Hover, Regionalgeschäftsführer für den Westerwaldkreis und den Rhein-Lahn-Kreis bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Koblenz. „Wer Investitionen fördern, Unternehmen halten und neue Betriebe gewinnen möchte, sollte bei der Gewerbesteuer Augenmaß walten lassen. Steuerpolitik ist stets auch Standortpolitik.“
Die IHK wirbt daher für einen engen Dialog zwischen Kommunalpolitik und Wirtschaft. Ziel müsse es sein, die kommunale Handlungsfähigkeit zu sichern und gleichzeitig die Attraktivität der Region für Unternehmen und Investoren zu erhalten. (IHK Koblenz)