Kreis Altenkirchen/Mauden. Sie hat schon unglaublich viel gesehen und erlebt – vor allem aber glückliche Kinder: Unter ihren weit ausladenden Ästen sind schließlich Generationen von jungen Maudenern im Winter Schlitten gefahren. Das allein wäre eigentlich schon Grund, die wunderschöne Stiel-Eiche am alten Hohlweg gegenüber dem Friedhof auszuzeichnen. Denn der Baum ist jetzt das Naturdenkmal Nr. 91 im Landkreis Altenkirchen. Jessica Gelhausen und Caroline Schürg von der Unteren Naturschutzbehörde waren dieser Tage vor Ort, um gemeinsam mit Ortsbürgermeister Achim Reeh die Plakette anzubringen (selbstverständlich mit baumverträglichen Nägeln).
Die Stiel-Eiche (Quercus robur) wird auf ca. 240 Jahre geschätzt. Sie ist 28 Meter hoch und weist einen Stammumfang von 4 Metern auf. In der offiziellen Rechtsverordnung zur Ausweisung als Naturdenmal heißt es: „Die Eiche zeichnet sich neben ihrer beeindruckenden Größe durch ihren markanten Stamm, ihre hervorragende, reich verzweigte Krone sowie durch ihren vitalen, gesunden Zustand aus. Im Hinblick auf das Umfeld ist der Baum einzigartig in seiner Erscheinung. Das dominierende Erscheinungsbild der Eiche prägt die Naturlandschaft um Mauden in hervorragender Weise.“ Entsprechend der Gemarkung lautet der Titel „Alte Eiche in der Holl".
Für die Fachbehörde der Kreisverwaltung ist diese Unterschutzstellung einmal mehr der Idealfall, denn die Initiative ging von der Ortsgemeinde selbst aus. „Diese Wertschätzung für die Natur und besondere Landschaftselemente freut uns ungemein. Wir begleiten und unterstützen diese Verfahren daher immer sehr gerne“, so Jessica Gelhausen. Für Achim Reeh besteht jedenfalls kein Zweifel an der Rechtmäßigkeit des neuen Status: „Das ist sowieso die schönste Eiche im Umkreis von 30 Kilometern“, sagte der Ortsbürgermeister mit einem deutlichen Augenzwinkern.
Noch einmal zur Erinnerung: Bei einem Naturdenkmal muss es sich nicht zwingend um besondere Bäume bzw. Baumgruppen handeln. Auch die Trödelsteine bei Emmerzhausen und der Druidenstein bei Herkersdorf gehören zur Liste. Während diese Fels- und Basaltformationen aber „unsterblich“ sind, sieht es bei Bäumen – leider – anders aus: Gelegentlich hilft aufgrund von irreparablen Schäden nur noch die Motorsäge. (Kreis Altenkirchen)



