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Im Bezirk Montabaur sind 7.616 Menschen ohne Job –
3.189 Stellen wollen besetzt werden

Die regionale Arbeitslosenquote bleibt unverändert bei 4,1 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr ist das eine Steigerung um 0,1 Prozentpunkte. Ende August sind 7.616 Arbeitslose gemeldet – mit 8 Personen weniger, nahezu unverändert zum Vormonat. Im Vergleich zum August 2024 liegt die Zahl heute aber deutlich höher, nämlich um 305 Personen.

Die Entwicklung am Arbeitsmarkt zeigt sich widersprüchlich. Einerseits ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten weiter auf einem hohen Niveau - die aktuelle Hochrechnung liegt mit 105.836 nochmals um 170 Personen höher als im August 2024. Andererseits ist der Bestand an arbeitslosen Menschen, hoch wie seit Jahren nicht mehr.

Auffällig sei, dass Montabaur einen leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Juli verzeichnen konnte: „Das ist in dieser Jahreszeit keineswegs üblich und stimmt uns vorsichtig optimistisch, dass der Arbeitsmarkt regional etwas widerstandsfähiger ist als in anderen Teilen des Landes“, so Knopp.

Im Juli war die Erwerbslosigkeit erwartungsgemäß gewachsen – vor allem, nachdem junge Leute sich im Anschluss an eine schulische und betriebliche Ausbildung arbeitslos melden mussten. Hier ist die Steigerung jetzt unterbrochen: Im August schrumpften die Zugänge von 617 auf 573 im Vergleich zum Vormonat. Gleichzeitig endete für 513 Personen die Zeit der Arbeitslosigkeit, weil sie einen Schul- oder Studienplatz bzw. eine Lehrstelle gefunden haben; im Juli waren es 390.

„Die aktuelle Entwicklung zeigt, dass wir uns trotz des leichten Rückgangs im August in einem angespannten Umfeld bewegen. Vor allem der Blick auf den Vorjahresvergleich macht deutlich, dass der Arbeitsmarkt weiterhin unter Druck steht“, erläutert Dieter Knopp, Geschäftsführer operativ der Agentur für Arbeit Montabaur.

„Sorgen macht uns auch die Entwicklung bei den jungen Leuten: Unter den 15- bis 20-Jährigen sind 238 Personen ohne Beschäftigung. Im Vergleich zum Juli sind es 19 mehr und zum Vorjahr sogar 49. Damit liegt der aktuelle Bestand an Arbeitslosen in dieser Personengruppe auf dem Höchststand der letzten fünf Jahre. Wir müssen uns um diese Gruppe noch wirksamer kümmern. Der Ausbildungsmarkt bietet Jugendlichen weiterhin gute Einstiegsmöglichkeiten, erfordert aber verstärkte Vermittlungsarbeit, um Angebot und Nachfrage zusammenzuführen. Wir bieten zahlreiche Unterstützungen an, unsere Experten stehen Jugendlichen bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz zur Seite. Ich appelliere an alle, die Unterstützung benötigen, uns zu kontaktieren. Wir sind hier, um zu helfen.“

Das statistische Ausbildungsjahr dauert jeweils vom 1. Oktober des einen bis zum 30. September des folgenden Kalenderjahres. Seit Oktober 2024 meldeten die Betriebe der Arbeitsagentur 2.066 Lehrstellen; mit 17 Angeboten mehr, kaum eine Veränderung zum Vorjahreszeitraum. Zeitgleich meldeten sich 1.927 Bewerber/innen auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz, 68 weniger als im Jahr zuvor.

Der Blick richtet sich bereits ins Ausbildungsjahr 2026. Dieter Knopp: „Die Unternehmen suchen frühzeitig nach passendem Nachwuchs.“ Den Jugendlichen rät er: „Wer im nächsten Sommer die Schule verlässt und eine Lehre anvisiert, sollte jetzt aktiv werden.“

Aktuell sind der Arbeitsagentur noch mehr als 500 offene Ausbildungsstellen für das jetzt beginnende Ausbildungsjahr gemeldet, und zwar querbeet durch alle Branchen. Auch duale Studiengänge sind noch frei. Es besteht die Chance, sogar jetzt noch einen Platz für das gerade beginnende Ausbildungsjahr zu finden. Interessierte sollten sich umgehend bei der Berufsberatung melden. Die kostenfreie Servicenummer lautet: 0800 - 4 5555 00.

Und so sieht es bei den Arbeitsstellen aus: Die regionalen Unternehmen suchen weiter Mitarbeitende. Der Zugang an gemeldeten Stellen liegt mit einem Minus von 134 zwar deutlich unter dem des Vormonats. Gegenüber dem August 2024 stieg der Stellenzugang aber um 143 und ist stabil auf einem hohen Niveau. Aktuell stehen bei der Arbeitsagentur 3.198 freie Jobs zur Verfügung.

Abschließend ein Blick auf den Arbeitsmarkt der beiden Landkreise, die der Agenturbezirk umfasst:

Im Westerwaldkreis sind aktuell 4.672 Personen ohne Job gemeldet. Das sind 27 mehr als im Juli und 134 als im August 2024. Die Quote bleibt unverändert bei 4,0 Prozent und ist gegenüber dem Vorjahr mit 0,1 Prozentpunkten nur leicht gestiegen.

Im Rhein-Lahn-Kreis werden 2.944 Arbeitslose gezählt – 35 weniger als vor einem Monat, aber 171 mehr als vor einem Jahr. Die Quote fiel im Monatsverlauf um 0,1 Punkte auf jetzt 4,4 Prozent; im August 2024 war sie mit 4,2 Prozent noch etwas niedriger. (Arbeitsagentur Montabaur)