Am Montagnachmittag beschäftigte ein Waldbrand im Westerwaldkreis über mehrere Stunden rund 300 Einsatzkräfte in der Gemarkung Hilgert/Verbandsgemeinde Höhr-Grenzhausen. Auslöser für das Feuer war vermutlich der Sturz eines Baumes in eine Stromleitung, in dessen Folge sich im Bereich der beschädigten Leitung mehrere Brandherde bildeten, die sich im weiteren Verlauf auf ein Gebiet von circa 85.000 Quadratmetern Größe erstreckten.
Aufgrund der Intensität des Brandgeschehens wurden neben den örtlichen Feuerwehren aus den Verbandsgemeinden Höhr-Grenzhausen, Ransbach-Baumbach, Montabaur und Selters im Laufe des Nachmittags weitere Kräfte unter anderem auch aus dem Landkreis Mayen-Koblenz sowie der Hubschrauber der Polizei Rheinland-Pfalz mit Löschwasserbehälter angefordert. Aber auch eine Vielzahl von Komponenten des Westerwaldkreises, der zwischenzeitlich die Einsatzleitung übernahm, wurden in Bewegung versetzt. Der Waldbrandzug Nord unterstützte mit Tanklöschfahrzeugen die Wasserversorgung, für die teilweise Wasser aus dem nahegelegenen Naturschwimmbad Linderhohl entnommen wurde. Vor Ort wurden auf einem Feld neben der Technischen Einsatzleitung des Westerwaldkreises in Einsatzleitwagen und Containern die Abschnittsleitung Gesundheit mit Leitenden Notärzten und durch die Sondereinsatzgruppe ein Verpflegungszelt und ein beschatteter Ruheplatz eingerichtet. Denn nicht zu unterschätzen war bei den sommerlichen Temperaturen die Belastung für die Einsatzkräfte, die bei vereinzelten Personen trotz ausreichender Getränke zu Kreislaufproblemen führte.
Für das Engagement bedankten sich die Brand- und Katastrophenschutzinspekteure des Westerwaldkreises nach dem Einsatzgeschehen bei allen 226 Feuerwehrleuten, 40 Rot Kreuzlern, 15 Polizisten und THWlern. Sowohl Tobias Haubrich als auch seine Stellvertreter Jens Weinriefer und Markus Brenner betonten noch an der Einsatzstelle: „Eine solche Lage können wir nur meistern, wenn die Zahnrädchen innerhalb der Blaulichtfamilie ineinandergreifen und wir uns gegenseitig unterstützen. Gemeinsam ist es uns gelungen, eine weitere Ausbreitung der einzelnen Feuer und damit ein Übergreifen auf größere Waldflächen zu verhindern. Dafür ein herzliches Dankeschön an alle!“
Die Feuerwehr der Verbandsgemeinde Höhr-Grenzhausen übernahm zum Ende hin wieder die Einsatzleitung und die Nachtbrandwache, in der sie das Gebiet in regelmäßigen Abständen auf verbliebene Brandnester kontrollierte und diese bei Bedarf nachlöschte. (Westerwaldkreis)



