B Itunes B Mediaplayer B phonostar Logo radioDE

RADIO WESTERWALD LIVESTREAM : ON AIR
🎙️  ➤ Player in eigenem Fenster öffnen

02624950289     b gruenes kreuz     b email

Das Wetter im Westerwald

Heute 18°C
Morgen 21°C
07.06.2026 21°C

„So muss es nach dem Krieg ausgesehen haben“
Selters/Westerburg (shg) Die Ökumenische Jugendkirche aus Selters ist mit fünf Personen ins Katastrophengebiet gefahren, um bei den Aufräumarbeiten zu helfen. Ein Shuttle Service brachte die Gruppe nach Bad Neuenahr-Ahrweiler, Hilfsorganisationen verteilen die freiwilligen Helfer und bringen sie in die zerstörten Orte und wieder zurück. Der Dekanatsjugendreferent des Evangelischen Dekanats Westerwald, Marco Herrlich, und die FSJ-lerin der Dekanatsjugendarbeit, Henny Schneider, erzählen von ihrem Hilfseinsatz.

Frage: Wie kamt ihr auf die Idee nach Bad Neuenahr zu fahren?

Henny: Wir haben im Team der Jugendkirche überlegt, was wir machen können, um zu helfen, über Geldspenden hinaus. Sachspenden werden ja gerade nicht gebraucht, deswegen haben wir überlegt, dass wir vor Ort helfen wollen.
20210804 KircheHilft

Marco: Wir sind ja hier im Westerwald nur eine gute Stunde entfernt, also aus der direkten Nachbarschaft. Und dort arbeiten wirklich viele Leute aus dem gesamten Bundesgebiet. Unvorstellbar, wie groß das ehrenamtliche Engagement ist, dort sind Leute, die sich eine Woche Urlaub nehmen, um zu helfen.

Frage: Wie genau sah dann eure Hilfe aus?

Marco: Wir haben uns vier Männern angeschlossen, die ein Haus ausgeräumt haben. Einer von ihnen war ein Verwandter der Besitzer, die schon ältere Leute sind. Dort haben wir den Keller entrümpelt, der aus fünf oder sechs Räumen bestand. Flaschen, Regale, eine Modelleisenbahn-Sammlung, Koffer, Weihnachtsdekoration, altes Spielzeug, Videokassetten – alles war völlig unbrauchbar und musste weggeworfen werden. Vor dem Haus gab das einen riesigen Müllberg. Immer wieder haben wir Schlamm und schlammiges Wasser im Keller geschoben, um den Keller vom gröbsten Schmutz zu befreien.

Henny: Alles hat sich dort vollgesaugt mit dem schmutzigen Wasser, da waren Stoffbahnen, die lagen zwei Wochen im Schlamm, so dass sie unglaublich schwer zu tragen waren. Sehr viele Häuser sind noch überhaupt nicht betreten worden. Das Wasser zerstört absolut alles dort.

Frage: Wie schwierig ist die Einhaltung der Corona-Regeln unter den Arbeitsbedingungen dort?

Henny: Wir waren im Bus mit rund 60 Menschen. Aber alle haben Masken getragen. Beim Einsatz selber hätte ich die Maske gar nicht ablegen mögen. Der Schlamm hat derart ekelerregend gestunken, das ich sehr froh über die Maske war. Alle Helfer dort haben sie dauerhaft getragen. Der Gestank wird dort immer schlimmer, da die Bakterien sich vermehren.

Frage: Ist der Schlamm nicht auch gesundheitsgefährdend?

Marco: Auf jeden Fall. Manche Helfer bekommen Ausschlag von dem Matsch, der ist teilweise voller Öl und bakterienverseucht. Blutvergiftung und Magen-Darm-Krankheiten sind natürlich eine mögliche Gefahr. Die Koordinatoren von den Hilfsorganisationen haben uns darauf hingewiesen, dass wir nicht mit Hautverletzungen weiterarbeiten sollen. Natürlich haben wir uns mit ölfesten Handschuhen und Gummistiefeln geschützt. Die Kleidung von dem Tag mussten wir wegwerfen.

Frage: Nachdem ihr die Auswirkungen der Flut selbst gesehen habt, wie beurteilt ihr die Situation dort?

Henny: Das kann man sich nicht vorstellen. Wenn man vor Ort ist, hat man noch mal einen ganz anderen Eindruck. So stelle ich mir vor, dass es nach dem Krieg ausgesehen hat. Wie viel Kraft das Wasser hat: Autos stehen kreuz und quer, Dächer wurden von Autos abgerissen, Scheiben von Ladenlokalen liegen herum, von den Straßen wurde die Asphaltdecke weggerissen.

Marco: Nach zwei Wochen ist dort auch noch echt wenig passiert. Das Wasser steht zum Teil immer noch in den Gebäuden. In der Straße, in der wir waren, hat man an den Hauswänden die Linie gesehen, wo das Wasser gestanden hat. Das war zweieinhalb Meter über dem Boden. Erdgeschoss und Keller der Häuser waren also komplett geflutet.

Frage: Was denkt ihr über die Zukunft der betroffenen Region?

Henny: So eine krasse Zerstörung habe ich noch nie gesehen. Da wird noch das ganze Jahr lang massiv Hilfe gebraucht. Dass da Leute wieder normal wohnen können, ist fast nicht vorstellbar. Ein älterer Mann hat uns erzählt, er wohne seit 30 Jahren an der Ahr und habe nie ein Hochwasser erlebt, dass die Straße überspült hätte. Die Ahr sei immer ein beschaulicher Bach gewesen.

Marco: Es fragt sich auch, was mit dem ganzen Schutt und Müll wird. Bagger und LKW bringen permanent die Müllberge auf den Straßen weg. Wo soll das alles hin? An den Aufräumarbeiten allein haben die richtig lange dran zu tun und dann ist dort noch nicht ansatzweise ein normales Leben möglich.

Frage: Was würdet ihr Leuten raten, die auch helfen wollen?

Marco: Wichtig ist, zu einem Sammelplatz zu fahren und sich da auf die Shuttles und Hilfstrupps verteilen zu lassen, damit man nicht mit eigenen PKWs die Zufahrtswege versperrt. Es war uns wichtig da sein und beizutragen, dass wenigstens ein Haus von Schutt und Schlamm befreit ist. Aber es ist richtig harte Arbeit. Wir hatten jedenfalls schon von dem einen Tag einen ordentlichen Muskelkater.

Henny: Es war ein gutes Gefühl, zumindest ein bisschen geholfen zu haben. Die Menschen waren total dankbar, dass wir da waren, auch wenn es nur ein kleiner Anteil war, den wir geleistet haben: Wir haben was bewegen und helfen können und der Keller, in dem wir gearbeitet haben, ist wieder begehbar.

In Bad Neuenahr waren (v.l.): Marco Herrlich, Stefan Ley, Henny Schneider, Helen Müller, Bernd Müller (Quelle / Foto Evangelisches Dekanat WW)

Weitere Nachrichten aus dem Westerwald

2 Audi Q5 in Raubach und Großmaischeid gestohlen

Raubach/Großmaischeid (ots)

In der Nacht vom 04.06.2026 auf den 05.06.2026 wurden sowohl in Raubach als auch in Großmaischeid zwei Audi Q5 entwendet. Die beiden Fahrzeuge parkten jeweils in den Hofeinfahrten der Anwesen und wurden in der Nacht unbemerkt entwendet.

Bei den Fahrzeugen handelt es sich um einen weißen Audi Q5, Baujahr 2019 aus dem Zulassungsbezirk des Kreises Neuwied sowie um einen grauen Audi Q5 aus dem Jahr 2017 ebenfalls mit einem Neuwieder Kennzeichen.

Derzeit gibt es keine Hinweise auf die Identität der Täter. (Polizei Straßenhaus) 

𝗞𝗼𝗻𝘀𝘁𝗮𝗻𝘇 𝗶𝗻 𝗱𝗲𝗿 𝗗𝗲𝗳𝗲𝗻𝘀𝗶𝘃𝗲: 𝗠𝗮𝗸𝘀𝗶𝗺 𝗠𝗶𝗻𝗮𝘆𝗰𝗵𝗲𝘃 𝗯𝗹𝗲𝗶𝗯𝘁 𝗳ü𝗿 𝘄𝗲𝗶𝘁𝗲𝗿𝗲 𝘇𝘄𝗲𝗶 𝗝𝗮𝗵𝗿𝗲

​Die EG Diez-Limburg kann auch in den nächsten beiden Spielzeiten mit Maksim Minaychev planen und sichert sich eine verlässliche Konstante in der Defensive.

​Ausgebildet wurde der 23-Jährige größtenteils in Köln, wo er den Nachwuchs der Junghaie bis zur U20 durchlief. In dieser Zeit durfte er sich zudem auf internationaler Bühne beweisen und lief jeweils dreimal für die deutsche U16- und U17-Nationalmannschaft auf. Nach drei Einsätzen in der DNL führte ihn der nächste Schritt nach Nordhessen: Im Trikot der Kasseler U20 verbuchte er zunächst in der DNL 3 in 21 Spielen sechs Tore und 29 Vorlagen, ehe er in der DNL 2 in 31 Partien drei weitere Treffer und 27 Assists folgen ließ.

Weiterlesen ...

Verdiente Anerkennung für jahrzehntelangen Einsatz

Drei Bürger mit Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet
Für ihren langjährigen ehrenamtlichen Einsatz zum Wohl ihrer Mitmenschen sind drei Bürger des Westerwaldkreises mit der Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet worden. Die Auszeichnung war vom damaligen Ministerpräsidenten Alexander Schweitzer verliehen worden. Im Rahmen einer Feierstunde im Kreishaus in Montabaur überreichte die Erste Kreisbeigeordnete Gabriele Wieland die Ehrennadeln an Horst Buchner aus Rennerod-Emmerichenhain, Sieghart Möller aus Niedererbach und Klaus Sauer aus Härtlingen.

Weiterlesen ...

Gratis-Bauaktion in der Steinequelle Höhr-Grenzhausen

Bauen, stöbern und staunen am langen Wochenende

Am langen Wochenende lädt die Steinequelle wieder zu einer kostenlosen Bauaktion für Familien, Kinder und LEGO-Fans ein. Am Freitag, 5. Juni 2026, von 13 bis 18 Uhr, und am Samstag, 6. Juni, von 10 bis 16 Uhr können Besucher in der Steinequelle kommen, kreativ werden und gemeinsam bauen.

Weiterlesen ...

Schrottsammler auf frischer Tat in Steineroth ertappt

Steineroth (ots)

Am Samstagmittag, den 30.05.2026, wurde von einem Anwohner aus Steineroth ein Diebstahl auf einer Überwachungskamera beobachtet und gemeldet. Ein unbekannter Mann war gerade dabei, Autoreifen mitsamt Felgen von dem privaten Grundstück in einen Sprinter mit rumänischer Zulassung zu laden. Es wurden umgehend zwei Streifen der PI Betzdorf entsandt. Der unbekannte Mann wurde in der Zwischenzeit von dem Mitteiler angesprochen und daran gehindert, die Örtlichkeit mit seinem Fahrzeug zu verlassen, indem er sich vor den Sprinter auf die Straße stellte. Bei dem Fluchtversuch wurde der Mitteiler von dem Fahrzeug im Bereich der Hüfte touchiert. Der Zeuge wurde lediglich leicht verletzt und musste nicht medizinisch versorgt werden. Der 39-jährige Fahrzeugführer konnte von der unmittelbar entsandten Streifenwagenbesatzung in Tatortnähe angetroffen und kontrolliert werden. In dem Innenraum des Fahrzeugs wurde diverser Metallschrott festgestellt. Eine entsprechende Vorrichtung zum Abspielen der typischen `Dudelmusik` war ebenfalls vorhanden. Der Fahrzeugführer konnte keinerlei Genehmigungen vorzeigen. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Koblenz wurde von dem rumänischen Staatsbürger eine Sicherheitsleistung erhoben. Zudem erfolgte die Sicherstellung des Fahrzeugs, um weitere illegale Sammlungen zu verhindern. Gegen den Fahrzeugführer wurde ein Straf- und Bußgeldverfahren eingeleitet. (Polizei Betzdorf) 

Für Raketenbauer, Theaterfreunde und Inliner

Kreis Altenkirchen. Die Kreisjugendpflege lädt Ende Juni wieder zu einigen Veranstaltungen und Mitmachaktionen ein, angesprochen sind junge Raketenbauer, kleine Theaterfreunde und ambitionierte Inliner; der Überblick:
• In Kooperation mit „Frühes Forschen Rhein-Main“ findet am Samstag, 20, Juni, von 10 bis 14.30 Uhr ein Weltall-Workshop im Bürgerforum in Gebhardshain an. Der Kurs dreht sich rund um das Thema Raketen und Weltall. Dabei werdet die Kids zu kleinen Ingenieuren und bauen ihre eigene Rakete – und die muss natürlich auch gestartet werden. Interessierte Raketenbauer können sich anmelden unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder Tel. 02681-812541. Die Teilnehmergebühr beträgt 15 Euro.

Weiterlesen ...