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Man hätte meinen können, die Kinder der Katholischen Kindertagesstätte St. Laurentius in Nentershausen könnten es gar nicht abwarten, bis sie endlich in ihren neuen Räumlichkeiten einziehen können. So fleißig griffen sie nach dem eigentlichen Spatenstich für den Kita-Neubau in der Westerwaldgemeinde selbst zu den Spaten und buddelten darauf los. Doch die Situation war gleichfalls symbolisch: Mit dem Spatenstich am Kirmesplatz in Nentershausen endete eine jahrelange Hängepartie, die nunmehr in einem Neubau mündet.

Der derzeitige, viergruppige Kindergarten St. Laurentius im Schatten der gleichnamigen Pfarrkirche wurde im Dezember 1970 eröffnet. Mit weitmehr als 55 Jahren auf dem Buckel ist das Bestandsgebäude in die Jahre gekommen und sanierungsbedürftig. Daneben machten es geänderte Vorschriften des Landes Rheinland-Pfalz notwendig, das Gebäude räumlich zu erweitern. Erste Überlegungen vonseiten der Westerwaldgemeinde gab es bereits 2020. Zunächst wurde eine Erweiterung des bestehenden Gebäudes, in dem derzeit 95 Kinder untergebracht und 23 Frauen und Männer als Leitung, Erzieherinnen und Co. beschäftigt sind, in Erwägung gezogen. Nach eingehender Prüfung wurde jedoch deutlich, dass sich die heutigen Anforderungen an eine moderne Kita dort nicht sinnvoll umsetzen lassen. Letztlich fiel die Wahl auf ein Gelände am Kirmesplatz an der Kapellenstraße, für das die Ortsgemeinde private Flächen hinzukaufte. „Es ist ein besonderer Tag für unsere Ortsgemeinde, auf den viele Menschen, lange, eigentlich viel zu lange hingearbeitet haben“, brachte es Nentershausens Ortsbürgermeister Tobias Reusch beim Spatenstich auf den Punkt.

Letztlich setzte sich in einem Architektenwettbewerb gegen zehn weitere Architekturbüros die Arbeitsgemeinschaft aus den Büros André und Erich Kramm sowie Löw aus Limburg durch. Seit der Planungsvergabe im November 2023 mussten noch viele Planungsschritte gegangen und notwendige Vorarbeiten erledigt werden, die nunmehr im Baubeginn mündeten. „Entstehen wird hier ein moderner, fünfgruppiger Kindergarten mit einer Gesamtfläche von über 1000 Quadratmetern. Der Baukörper besteht aus vier gleich großen Gebäudeteilen, die durch Flure miteinander verbunden werden“, fasste Tobias Reusch einige Eckpunkte zusammen. Zudem gibt es zukünftig einen Innenhof, der Tageslicht in die Flure bringt und damit eine freundliche, offene Atmosphäre schaffen soll. In das Außengelände wird aus Lärmschutzgründen in Richtung der Autobahn 3 darüber hinaus ein Erdwall errichtet werden. 
„Wir alle freuen uns sehr, dass mit dem Neubau nun etwas entsteht, auf dass viele Familien, Kinder und auch unser Erzieherteam schon lange warten“, erklärte Kita-Leiterin Jasna Dujmovic. Sylvia Zernig, Kita-Koordinatorin für die Pfarrei St. Laurentius als Träger der Kindertagesstätte mit derzeit 100 Plätzen, ging in eine ähnliche Richtung: „Besonders freuen wir uns über die vielen Chancen, die der Neubau bietet - etwa das frische Kochen in der Einrichtung, ein großzügiges Außengelände und moderne Räumlichkeiten, die Kindern, Mitarbeitenden und Eltern gleichermaßen zugutekommen.“ Sie lobte zugleich die Zusammenarbeit mit der Kommune, die sie als „vertrauensvoll, konstruktiv und partnerschaftlich" bezeichnete. „Auch in die Planungen des Neubaus wurden wir frühzeitig eingebunden“, lobte Zernig. Architekt André Kramm, für den es nach eigenen Worten der 18. Kita-Neubau seiner Karriere ist, gab dieses Lob stellvertretend gerne an das gesamte Kita-Team zurück. „Wir versuchen mit den beteiligten Firmen am Ende einen schönen Ort hinzustellen“, versprach Kramm.

Zusammen mit dem Außengelände und allen Nebenkosten wird mit Gesamtkosten von rund 5,6 Millionen Euro gerechnet. „Das ist für eine Ortsgemeinde wie Nentershausen eine riesige Investition und seit Jahrzehnten auch die größte. Es ist allerdings eine Investition in die Zukunft unserer Gemeinde und vor allen Dingen in unsere Kinder“, sagte Ortsbürgermeister Tobias Reusch. Fördermittel erhält die Ortsgemeinde vom Land Rheinland-Pfalz und dem Westerwaldkreis. Zudem beteiligt sich das Bistum Limburg an den Kosten. Die genauen Beteiligungen stehen derzeit noch nicht fest. 

Mit dem Beginn der Erdarbeiten startet nun das Projekt sichtbar. „Ziel ist es, den Rohbau bis zum Winter zu schließen, damit in 2027 die technischen Gewerke ihre Arbeit aufnehmen können“, gibt Viktor Wilhelm von der Verbandsgemeinde Montabaur einen Einblick in die kommenden Monate. Läuft alles nach Plan, dann könnte der Umzug von den bisherigen Räumlichkeiten unweit der Kirche in das neue Gebäude am Kirmesplatz im Frühjahr 2028 erfolgen. Bis dahin hat Ortsbürgermeister Tobias Reusch einen Wunsch, mit dem er vielen der Eltern, Großeltern und Anwesenden des Spatenstichs sicherlich aus der Seele sprach: „So ein Projekt kann nur gelingen, wenn alle gemeinsam an diesem Ziel arbeiten.“ 

Wie das Projekt in den kommenden Monaten gelingt, davon kann sich jede und jeder Interessierte in der kompletten Bauzeit selbst ein Bild machen: Die Kindertagesstätte stellte anlässlich des Spatenstichs eine eigene „Beobachtungsbank" auf, von der aus ein sehr guter Blick auf die Bauarbeiten möglich ist. VG Montabaur)