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Am 14. Juli 2026 jährt sich die verheerende Flutkatastrophe, die weite Teile des Ahrtals zerstört hat, zum fünften Mal. Die Flut im Juli 2021 war die schwerste Naturkatastrophe in der Geschichte von Rheinland-Pfalz. Innerhalb weniger Stunden verloren 136 Menschen im Ahrtal und der Region Trier ihr Leben, Tausende wurden verletzt, verloren ihr Zuhause, ganze Orte und wichtige Infrastrukturen wurden zerstört. Auch fünf Jahre später prägen die Erinnerungen an die Katastrophe das Land. Der Wiederaufbau zeugt zugleich von dem außergewöhnlichen Zusammenhalt und Engagement der Menschen vor Ort. Ihnen gilt tiefer Dank.

Im Zeichen des gemeinsamen Erinnerns und des Blicks auf den Wiederaufbau haben sich Ministerpräsident Gordon Schnieder, Bundeskanzler Friedrich Merz und die stellvertretende Ministerpräsidentin Sabine Bätzing-Lichtenthäler im Kurpark Bad Neuenahr-Ahrweiler über den Stand des Wiederaufbaus informiert und mit jungen Ehrenamtlichen sowie Gewerbetreibenden gesprochen. Im Anschluss an diesen Termin nahmen sie an der öffentlichen Gedenkveranstaltung in Bad Neuenahr-Ahrweiler teil und gedachten gemeinsam mit Betroffenen und Angehörigen der 136 Todesopfer in Rheinland-Pfalz.

„Vom 14. auf den 15. Juli 2021 ist das Unvorstellbare passiert. Alleine hier im Ahrtal riss die Flut 135 Menschen aus dem Leben. Alle 136 Menschen, die die Flut mit sich nahm, waren Menschen mit Träumen und Zukunftsplänen; sie wussten nicht, dass diese Nacht ihre letzte sein würde. Jede und jeder von ihnen fehlt“, sagte Ministerpräsident Schnieder zu Beginn seiner Rede. Anschließend wandte er sich direkt an die Betroffenen und Hinterbliebenen: „Sie, die so großes Leid erfahren mussten, spreche ich direkt an. Ihnen sage ich: Menschen sind fehlbar. Organisationen und Institutionen sind fehlbar. Es war Fehlbarkeit, die dazu führte, dass das Ahrtal nicht auf diese Flutkatastrophe vorbereitet war. Es ist das Versprechen und die Zusage des Staates, seine Bürgerinnen und Bürger zu schützen. Dieses Versprechen wurde nicht eingehalten. Der Staat hat in dieser Frage versagt - dafür bitte ich als Ministerpräsident um Entschuldigung“, unterstrich Ministerpräsident Schnieder in seiner Rede.

„Ich habe ein Versprechen gegeben, das gilt: Ich werde das Ahrtal nicht vergessen. Ihre Region ist und bleibt mein Schwerpunkt und der meiner Landesregierung. Wir schauen genau hin und bleiben dran. Das gilt für das Unsichtbare, die psychosozialen Hilfen, genauso wie für das Sichtbare, den Wiederaufbau“, so der Ministerpräsident weiter.

„Unsere Gedanken sind bei allen, die vor fünf Jahren ihr Leben verloren haben, die um einen lieben Menschen trauern und die bis heute unter den Folgen der Flut im Ahrtal leiden. Die Katastrophe hat aber auch das Beste der Region, hat das Beste unserer Gesellschaft hervorgebracht: bedingungslose Hilfsbereitschaft, ein stärkendes Miteinander - und neue Kräfte für den Wiederaufbau. Ich danke allen, die ein Teil davon waren und weiterhin sind. Heute ist ein schwerer Tag. Aber es ist auch ein Tag, der zeigt, welche Stärken die Region und unser Land haben. In Deutschland reichen wir uns die Hände zur Hilfe - und gehen gemeinsam nach vorne“, betonte Bundeskanzler Friedrich Merz.

Der Bürgermeister von Bad Neuenahr-Ahrweiler, Pascal Rowald, eröffnete mit einem Grußwort die Veranstaltung in Verbindung mit einer Gedenkminute. „5 Jahre nach der Flut sind meine Gedanken heute bei jedem Einzelnen, bei allen Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt. Uns zu erinnern und das Gedenken an die Opfer der Flut zu bewahren, ist Teil unserer Identität. Wir sind eine starke Gemeinschaft, das haben wir in den vergangenen Jahren unter Beweis gestellt. Zugleich bin ich voller Dankbarkeit für die große Unterstützung und Solidarität, die wir immer noch von vielen Stellen erhalten und die heute von Seiten des Kreises, des Landes und des Bundes noch einmal besonders deutlich wurden. Mit Blick auf unsere bisherigen Erfolge im Wiederaufbau schaue ich zuversichtlich in die Zukunft und auf die vielen Herausforderungen, die noch vor uns liegen“, sagte der Bürgermeister vor Ort.

„135 Menschen haben in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2021 alleine hier im Ahrtal ihr Leben verloren. Sie wurden Opfer der größten Naturkatastrophe, die Rheinland-Pfalz je heimgesucht hat. Das Ahrtal und wir alle wurden in dieser Nacht bis ins Mark erschüttert. Dieser Schmerz, dieses Leid, der Verlust der Menschen ist ein Mahnmal, das uns immer in Erinnerung bleiben wird. Es ist uns Antrieb, Wunden zu lindern und wieder ein lebens- und liebenswertes Ahrtal zu erschaffen. Der Blick zurück wird nie verschwinden, er ist zwingend erforderlich. Und doch ist auch der Blick nach vorne ebenso unverzichtbar – und er geht weit. Der Blick auf das, was wir gemeinsam erreicht haben und erreichen, auf Erfolge, die entstanden und entstehen und auf die Vision eines modernen und erstrahlenden Ahrtals, die uns alle eint. Auch all das ist ein Zeichen, dass wir die schreckliche Katastrophe nie vergessen werden. Ebenso, wie wir die Rettungskräfte und mutigen Menschen nie vergessen, die mit übermenschlicher Kraft Leben gerettet und in der Not geholfen haben. Auch heute, fünf Jahre nach der Flut, gilt ihnen unser größter Dank. Sie sind die wahren Helden dieser Flut“, sagte die stellvertretende Ministerpräsidentin Sabine Bätzing-Lichtenthäler.

„Wenn ich heute durch das Ahrtal fahre, sehe ich, wie neues Leben dort entsteht, wo vor fünf Jahren nichts mehr stand. Fünf Jahre nach der Flut zeigt das Ahrtal nämlich, wie viel Kraft im gemeinsamen Anpacken steckt. Brücken sind wieder befahrbar, Häuser neu errichtet, Betriebe zurück am Markt. Das ist nicht selbstverständlich, das ist das Ergebnis von Ausdauer und Zusammenhalt der Menschen vor Ort. Als Wiederaufbaubeauftragte weiß ich: Es bleibt noch viel zu tun, gerade bei den großen Infrastrukturprojekten. Aber der Weg, den wir gemeinsam gehen, stimmt mich sehr zuversichtlich. Wir bauen nicht nur wieder auf, wir bauen ein Ahrtal, das für die Zukunft gerüstet ist. Diesen Weg gehen wir mit den Menschen im Tal weiter, Schritt für Schritt. Mein Versprechen an sie ist, dass wir sie auf diesem Weg nicht allein lassen, heute nicht und auch morgen nicht“, so die Wiederaufbaubeauftragte, Staatssekretärin Vanessa Fischer. (Staatskanzlei Mainz)